Home Gemeinsames Drückjagdfieber mit bester Freundin

Gemeinsames Drückjagdfieber mit bester Freundin

Beste Freundin © gemeinsam Jagd erleben


Die erste Drückjagd ... Wahnsinn! Ich konnte die Nacht zuvor schon nicht schlafen, so aufgeregt war ich und voller Vorfreude. Um 6 Uhr aufgestanden und um 7:15 Uhr am Treffpunkt. Meine beste Freundin im Schlepptau. Ich hatte ihr schon zum Geburtstag einen Jagdtag geschenkt, den wir bereits im Oktober verbrachten. Vormittags auf dem Schießstand, mittags Wildschweinfilet und am Abend auf Ansitz. Leider sehr stürmisch und ohne Anblick aber sie war trotzdem begeistert. Also wollte ich ihr auch die Drückjagdatmosphäre näherbringen. Es waren zirka 80 Schützen und 90 Treiber anwesend - der Sammelplatz war voll und Spannung lag in der Luft. Ich war Ansteller und habe meine fünf 'Schützlinge' angesetzt. Da ich diese verantwortungsvolle Aufgabe sehr ernst nehme, hat es mit Einweisung entsprechend gedauert. Da das Wild schon zwei bis drei Tage vorher spürt, dass etwas in der Luft liegt und geschossen werden kann, sobald der Stand ordnungsgemäß eingenommen wurde, knallte es schon, als wir zu meinem Stand liefen. Ich rannte mit Gewehr und Rucksack den sumpfigen Rückeweg entlang, und verbunden mit meinem Adrenalinspiegel war ich dem Herzinfarkt nahe, als wir ankamen.

Hochsitz © gemeinsam Jagd erleben


Rasch alles hingerichtet, Waffe geladen und los ging's. Nach 15 Minuten ein starker Fuchs, der uns zu schnell bemerkte und flüchtete. Dann hörten wir die nahende Treiberwehr und Hundegeläut, das Herz pochte und auch meine Freundin war aufgeregt. Die Treiber waren nun auf unserer Höhe, ein kurzer Plausch und weiter ging es. Warten und horchen... im Augenwinkel entdeckte ich auf einmal einen schwarzen Koffer, gemächlich auf die Schneise ziehend - offensichtlich krank geschossen. Ich legte an und ließ die Kugel fliegen. Sauber abgekommen, brach er zusammen. Ich lud meine Bockbüchsflinte nach und behielt ihn im Visier. Er versuchte immer wieder hochzukommen, lag aber so ungünstig, dass ich keinen weiteren Schuss antragen konnte - ich litt mit ihm. Nebenbei erklärte ich meiner Freundin die Situation. Nach einer gefühlten Ewigkeit drehte er sich noch einmal passend und ich ließ die zweite Kugel fliegen, ein sauberer Schuss. Er kam auf die Läufe und aus meinem Sichtfeld. 'Mist, Mist, Mist', ich hoffte, er liegt endlich. Ein paar Minuten später wechselte eine Rotte langsam an die Schneise. Bache und Frischling traten aus, der Frischling lag sauber im Knall. Fantastisch. Die Treiberwehr zog erneut auf mich zu. Die Vorhut, ein Terrier, kreuzte die Fährte meines beschossenen Keilers, folgte ihr und schlug außer Sichtweite heftig an. Keine zwei Minuten später kamen die Treiber. Ich erklärte die Situation und zwei von ihnen machten sich auf, da das Hundegebell immer stärker wurde. Ich hörte es krachen, schreien und quieken - mir war schlecht. Nach 15 Minuten kamen sie zurück. Der Keiler hatte sich eingeschoben und war wehrhaft. Die beiden Männer konnten ihn mit der Saufeder erlösen. Gott sei Dank. Drei Mann zogen ihn mir zum Auto. Dann war Hahn in Ruh.

Jagdergebnis © gemeinsam Jagd erleben


Es stellte sich heraus das er mit Gebrächschuss zu mir wechselte, übel zugerichtet, aber endlich erlöst. 115 Kilogramm aufgebrochen, wahrscheinlich mein Lebenskeiler, denn solch einen Bassen sieht man nicht alle Tage. Ich erklärte meiner Freundin wie es zu solchen unschönen Schüssen kommen kann, wo das Wild hingebracht wird und was mit ihm passiert. Am Ende wurde ich noch Jagdkönigin und alle freuten sich mit mir. Ein unglaublich toller Tag, an dem ich viel dazu beitragen konnte, dass auch die Drückjagd für Nichtjäger etwas verständlich wird.


Gemeinsam Jagd erleben - Autor Gemeinsam Jagd erleben ist eine Aktion für Öffentlichkeitsarbeit der dlv-jagdmedien und des DJV.
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