18.01.2017

Ganz in Weiß

Ein weißer Fuchs gibt Anlasss, nach den Gründen für 'Fehlfarben' zu fragen. Genetisch gesehen ist die Antwort schnell gefunden. Doch es geht auch weit über das Wissenschaftliche hinaus.

Neben den geläufigen Farbvariationen des Rotfuchses kommen sehr selten auch weiße Füchse in freier Wildbahn vor. Beim abgebildeten Fuchs handelt es sich um einen sogenannten Weißling. Als Weißling bezeichnet man ein Tier oder eine Pflanze, die weiß ist, obwohl Tiere oder Pflanzen derselben Art normalerweise andere Farben haben. Früher wurden sie allgemein als 'Albino' bezeichnet. Unter echtem Albinismus wird heute ein angeborener totaler oder teilweiser (Teilalbino) Pigmentmangel an Haut, Haaren und Augen verstanden. Hervorgerufen ist der Albinismus durch das Fehlen eines Enzyms in den Melanozyten, wodurch kein Farbpigment (Melanin) gebildet werden kann. 'Echte' Albinos kennzeichnen sich durch rote Augen, weil auch die Regenbogenhaut bei einem Albino pigmentlos ist und daher die stark durchblutete rot erscheinende Netzhaut zu sehen ist. Albinos sind deshalb auch lichtscheu.
 
Beim Leuzismus sind die Augen dagegen normal gefärbt. Beim Fuchs ist die Farbe der Lichter auf dem Foto nicht eindeutig zu erkennen und lässt es keine Rückschlüsse zu, ob es sich um Albinismus handelt. Allgemein sind Weißlinge meist anfälliger gegenüber Krankheiten, und zusätzlich werden sie, wenn man beispielsweise an weiße Vögel oder Hasen denkt, durch ihre auffällige Färbung leichter Opfer von Beutegreifern. Die Anlage zu Farbveränderungen kann in den meisten Fällen auch weitervererbt werden. Beim Teilalbinismus sind nur einzelne Körperpartien weiß gefärbt, und das restliche Haar- bzw. Federkleid ist normal.
 
Farbabweichungen bei Wildtieren kommen generell selten vor. Wahrscheinlich gibt deshalb, zumindest seit dem Mittelalter, besonders weißes Wild kräftige Nahrung für den Aberglauben. Angefangen mit dem häufig weiß abgebildeten Hubertushirsch, über die Sage des Zlatorog, des weißen Gamsbocks mit der goldenen Krucke am Triglav, bis hin zur Legende, dass der Erleger einer weißen Gams innerhalb von einer Jahresfrist selbst sterbe, stoßen wir immer wieder auf Wildtiere mit Farbabweichungen. Neben Weißlingen (Albinos, Leuzine) sind Schwärzlinge (melanistische Mutanten) die am zweithäufigsten vorkommende Farbvarietät, die vom Kohlgams, den schwarzen norddeutschen 'Moorrehen' bis zum sehr seltenen schwarzen Feldhasen beobachtet werden kann.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in einigen herrschaftlichen Wildparks weißes Rotwild angesiedelt. Dies geschah etwa in Dänemark, Böhmen, England, Österreich und Deutschland. Stammen sollten diese weißen Farbvarietäten nach MÖLLER (1999), die wegen ihrer blauen (und nicht roten) Lichter keine eigentlichen Albinos, sondern Leuzine sind, vermutlich aus dem Kaukasus und Persien. Die meisten dieser kleinen Bestände sind wieder erloschen.
 
Die Erscheinung andersfarbiger - besonders weißer Stücke - hat selbst in unserer heutigen aufgeklärten Kommunikations- und Konsumwelt etwas Geisterhaftes, Mystisches und Sagenumwobenes an sich, was alten Aberglauben noch nicht ganz vergessen lassen kann. Und das ist gut so...
Dr. Armin Deutz

 



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Andreas Telm (l.) und Frank Luck bei der Ansprache. Foto: FS Sehenswert: Pokal des 1. uJ-Keiler-Cup. Foto: FS Die Hauptpreise: Zeiss Victory V8 1,1-8x30, Mercury Bchse und Steiner MRS sponsored by Frankonia, Zeiss Fieldshooting Event 2017 in Ulfborg und ein individuell gravierters Puma-Messer Saubart. Foto: FS In der 25-Meter-Duelhalle mussten die Schtzen ihr Knnen mit dem FLG unter Beweis stellen. Foto: FS Zwischen den Disziplinen war Zeit, um sich auszutauschen. Foto: FS Zufriedene Teilnehmer des 1. uJ-Keiler-Cup. Foto: FS Konzentriert lauschen dieses beiden Schtzen der Ansprache. Foto: FS Einer der drei mit hochwertigen Preisen bestckten Tische. Foto: FS Die Blaser R8 Professional Success mit Schalldmpfer weckte das Interesse der Schtzen. Foto: FS Mithilfe der uJ-Organscheibe wurden auf der 100-Meter-Bahn die Treffer ausgewertet. Foto: FS Gemtliches Puschen zwischen den Disziplinen. Foto: FS Frankonia und Steiner traten nicht nur als Sponsoren auf, sie prsentierten den Teilnehmern vor Ort Produkte. Foto: FS
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