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Friederike und Stefanie

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 12:40
Zwei Frauen machen ein Selfie © gemeinsam Jagd erleben

'Meine beste Freundin Steffie ist auch Jägerin. Sie hatte die Idee, mich mit zur Jagd zu nehmen. Da zögerte ich keine Sekunde und sagte sofort zu. Mit unseren Jagdsachen fuhren wir ins Revier in der Nähe von Rostock. Auch andere Jäger wollten an diesem Abend Anfang Mai ihr Glück versuchen. Absprachen wurden gemacht, wer wo sitzen würde. Das ist wichtig, vor allem wegen der Sicherheit. Wir machten uns schließlich auf den Weg zur Haselnuss-Kanzel. Der Name rührt von den Haselnusssträuchern in der Nähe. Der Weg führte mitten durch den Wald. Überall umgab uns zartes Grün - die Buchenbäume bekamen Blätter. Steffie erklärte mir, dass die Buchen bis zu 300 Jahre alt werden können.

Nun waren wir an Steffies Lieblingshochsitz angekommen, wir stiegen die steile Leiter hoch. Der Blick von dort oben ist wirklich großartig. Wir konnten in der Ferne sogar die Kirche des Nachbardorfes sehen. Wir hatten es uns gerade gemütlich gemacht, da sah ich auf große Entfernung schon ein Reh. Es kam aus dem Rapsfeld, und verschwand nach kurzer Zeit in den Wald. Leider kam es dort nicht mehr raus. Wir saßen etwa eine halbe Stunde, als ein Schuss fiel: Der Sohn des Pächters hatte einen Rehbock gestreckt, wie wir später erfuhren.

Vor uns bewegte sich plötzlich im hohen, grünen Gras etwas. Sofort nahm ich das Fernglas: Es waren zwei Hasen, die hin und her hüpften zwischen Rapsfeld und Wald.
Irgendwann verdunkelte sich der Himmel und ein Gewitter brachte Regen. Die Luft kühlte ab und eindrucksvolle Blitze erleuchteten den Horizont. Wir warteten das Gewitter ab. Steffie meinte, dass Rehe meistens nach dem Regen aus dem Wald kommen. Diesmal nicht. Nur die Hasen hüpften wieder fröhlich, spielend im hohen Gras herum.
Es dämmerte bereits, als der Pächter anrief und sagte, er würde bald 'abbaumen'. Er wollte also seinen Hochsitz für diesen Abend verlassen. Wir blieben noch eine kurze Weile und leuchteten mit unseren Taschenlampen noch einmal die Kanten von Rapsfeld und Wald ab. Wildtiere? Fehlanzeige!

Es war nun schon stockdunkel und so machten wir auch noch eine kleine Nachtwanderung mitten durch den Wald. Die Augen konnten nicht mehr viel erkennen, dafür die Ohren umso mehr hören. Für mich ging damit ein schöner, sehr beeindruckender Jagdabend zu Ende.

Auch ohne Beute. Neun Stunden verbringt ein Jäger übrigens auf dem Hochsitz, bevor ein Reh erlegt werden kann, sagte Steffie.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei meiner Freundin Steffie, dass sie mich mit zur Jagd genommen hat und meine vielen Fragen geduldig beantwortet hat.
Es war wirklich ein sehr schöner, beeindruckender Abend! Vielen, lieben Dank dafür!!