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Bache bei Dreier-Pirsch

drei Männer mit erlegtem Schwarzwild © gemeinsam Jagd erleben

... zwei Stück Rehwild und ein Waschbär, der sich nach kurzer Zeit aber wieder von dannen macht. Nachdem wir ca. 4 Stunden auf dem Ansitz verbracht haben, beschließen wir gegen 22 Uhr den Ansitz zu verlassen, um nochmal in den Eichen pirschen zu gehen. Bei der guten Mast ist das sicherlich vielversprechender, als weiterhin an dieser Kirrung zu verharren. Nachdem wir den VW-Bus unterhalb der Eichen abgestellt haben, machen wir uns auf den Weg. Ara, meine Drahthaar-Hündin bleibt im Auto, da sie schon die ganze Zeit so quengelig war und das für die Pirsch auf Sauen nicht zu gebrauchen ist. Wir beschließen, rechts rum zu gehen, da der Wind auf Nord/West steht und die Sauen uns so schon mal rein wind-technisch nicht mitbekommen dürften! Durch das viele Eichenlaub ist es ziemlich laut und wir müssen uns noch langsamer bewegen. An der Kirrung in den Eichen angekommen, wo der kleine Sitz oben auf dem Hügel steht, verrät ein kurzer Blick, dass die Sauen noch nicht hier waren! Ich entscheide, nochmal Richtung anderer Kirrung zu pirschen, da ein anderes Vorgehen bei dem Wind nicht sinnvoll wäre und die Sauen ja auch evtl. links von uns im Wald und nicht an der Kirrung stehen könnten. Nach weiteren 30 Metern vernehmen wir ein lautes rascheln und Jagdfieber macht sich breit! Nur ein Hase, der 15 Meter vor uns den Weg gekreuzt hat...

Zwischendurch blicke ich immer wieder nach oben, ob uns der Mond auch in den nächsten Minuten noch sein kostbares Licht schenken wird - sieht gut aus! Also weiter. Nach weiteren 10 Schritt kommt eine flüsternde Stimme von hinten. Robby: 'Links von uns raschelt es! Tim und ich gucken uns an, blicken zu Robby: 'Wir hören nichts!?' Robby: 'Doch, voll laut!' Um Robby zu beweisen, dass da nichts ist, blicke ich die Fläche mit dem Fernglas ab, bis sich mein Blick auf einen dunklen Punkt fixiert. Nachdem sich dieser Punkt auch noch bewegt: 'Robby, du hast Recht, da sind Sauen!'

Ich glase die Fläche noch weiter ab, doch andere Stücke sind nicht zu sehen. Ich konzentriere mich also auf das einzelne, stärkere Stück, welches uns widererwartend nicht mitbekommen hat! Ich blicke durchs Zielfernrohr, die Sau steht nach rechts, die Waffe liegt ruhig.

Das Mündungsfeuer schoss mit der Kugel aus dem Lauf. Bevor ich meinen ersten Blick durchs Fernglas unternehme, frage ich erstmal die Anderen, ob sie gesehen oder gehört haben, ob das Stück abgesprungen ist. Robby: 'Sorry, nichts, ich bin noch immer durch das Mündungsfeuer geblendet.' Wo sitzt der Schuss, liegt das Stück, nach wo ging es ab? All die Fragen stechen auf mich ein und der vermeintliche Anschuss, mitten im dunklen Wald, ist schwierig wiederzufinden.

Ratlosigkeit. Kein Schweiß, keine Eingriffe, weder Schnitt- noch Risshaar. Wir suchen alles ab, gehen nach links, nach rechts, wieder zurück zum Ort des Schusses am Weg, doch nichts zu finden. Robby und Tim haben die Suche bereits aufgegeben, doch ich, da ich auf Grund dessen, dass die Sau nach rechts stand, auch bevorzugt rechts geguckt habe, drehe meine Fährte nochmal nach links, wo zuvor auch schon Robby suchte und immer wieder den Geruch von Maggi vernahm. 'Jungs, ich umrande nur nochmal kurz den Anschuss.' Nachdem ich einige Schritte vom Anschuss entfernt nachsuche - nur wenige Meter von dem Ort, wo Robby seine Suche abbrach - lag die ca.70 Kilogramm schwere, nichtführende Bache hinter einer umgefallenen Birke. Während die beiden zu mir rannten, durchschoss mich ein Glücksgefühl, wie ich es selten zuvor bei einem meiner Abschüsse verspürt habe - diese Pirsch zu dritt, diese Todsuche, diese Sau.

Nachdem wir eine Weile respektvoll und mit Ehrfurcht vor der Sau standen und diese Pirsch haben Revue passieren lassen, holt Robby das Auto, während Tim und ich das Stück aufbrechen. Nach der schweren Bergung durchs dichte Gestrüpp laden wir sie ins Auto und fahren nach Hause, um sie in die Kühlkammer zu hängen. Anschließend haben wir noch ein paar Erinnerungsfotos gemacht und die Sau gebührend totgetrunken. Robby und Tim haben mich schon oft auf Jagd begleitet und somit haben wir schon viele Jagderlebnisse erlebt, doch dies war das bisher größte! Die beiden habe ich mit dem Jagdfieber und allem, was dazugehört, so angesteckt, dass sie sich für den Jagdlehrgang angemeldet haben und die Prüfung noch in diesem Jahr ablegen werden. Waidmannsheil Julius Stock


Gemeinsam Jagd erleben - Autor Gemeinsam Jagd erleben ist eine Aktion für Öffentlichkeitsarbeit der dlv-jagdmedien und des DJV.
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