Zwergdommel / Ixobrychus Minutus

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Zwergdommel / Ixobrychus Minutus © Wolfgang Willner

Merkmale: Der kleinste heimische Reiher: ungefähr taubengroß (36 cm lang). Das Männchen ist prachtvoll gezeichnet: Der Rücken schwarz, die Unterseite gelblichweiß, der Schnabel gelblich, die Beine grün. Dazu besitzt es ein großes rahmfarbenes Flügelfeld. Das Gefieder des etwas kleineren Weibchen ist dezenter: der Rücken braun, die Unterseite braungelb längsgestreift und die Flügeldecken gelblich. Die Jungvögel gleichen dem Weibchen, sind aber dunkelbraun längsgestreift.

Vorkommen: Bewohnt niedrige Röhrichtbestände mit Gestrüpp und Gebüsch an fließenden oder stehenden Gewässern, in verschilften Mooren und Gräben, ja sogar an Parkteichen. Verstreut, seltener geworden. Gefährdet.

Lebensweise: Zugvogel, der im Herbst in das afrikanische Winterquartier abzieht. Bei uns von April bis Oktober. (Gelegentlich sind einzelne Vögel auch im Winter an eisfreien Gewässern anzutreffen).

Nahrung: Fische, Insekten und deren Larven, Frösche, Würmer, Schnecken, Muscheln.

Verhalten: Die Zwergdommel lebt versteckt und ist außerhalb der Brutzeit vorwiegend in der Dämmerung aktiv. Sie kann geschickt das Röhricht durchklettern, wobei sie mit ihren langen Krallen meist mehrer Stängel gleichzeitig umfasst. Sie fliegt niedrig mit schnellen Flügelschlägen und reiherartig eingezogenem Hals über das Schilf. Der Balzruf des Männchens klingt wie ein tiefes Quaken.

Fortpflanzung: Das locker zusammengebaute Nest wird im Röhricht (bis einen halben Meter über dem Wasser) oder im Weidengebüsch - oft mehrere Nester beisammen - errichtet. 5 - 7 weißliche Eier pro Gelege. Beide Eltern brüten, sich abwechselnd, zwischen Ende Mai und Anfang Juli.

Besonderheit: Bei Gefahr zeigt sie die 'Pfahlstellung' wie die Große Rohrdommel. In Notwehr versucht sie, dem Feind mit dem Schnabel in die Augen zu stoßen.

Streng geschützt.