Schutzgebiete

dlv
Schutzgebiete © dlv

Bei den verschiedenen Schutzgebiets-Kategorien stellt sich vereinfacht die Frage, wer oder was im Vordergrund steht: Die Natur an sich oder die Erholung des Menschen. Hier sollen nun die Gebiete betrachtet werden, wo der Naturschutz höchste Priorität genießt.

Nationalparks: In diesen soll die Natur sich im Wesentlichen selbst überlassen bleiben. Die 10 deutschen Nationalparks - genannt seien der Nationalpark Bayerischer Wald, Berchtesgaden, Eifel, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Müritz - sollen Naturlandschaften schützen, indem sie die Eigengesetzlichkeit der Natur bewahren und Rückzugsgebiete für wild lebende Pflanzen und Tiere schaffen. Sie gelten als unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum.

Naturschutzgebiete: In diesen steht eindeutig der 'Schutz von Natur und Landschaft' im Vordergrund. Sie dienen der Erhaltung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften wild lebender Tier- und Pflanzenarten. Bundesweit gibt es über 8400 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von fast 1,3 Mio. Hektar. Die durchschnittliche Größe eines Naturschutzgebietes liegt bei 151 Hektar. Durch Verordnungen können Nutzungsformen wie Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Jagd und Verkehr stark eingeschränkt werden.

Nationale Naturmonumente: Diese sind neuerdings rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihr Seltenheit oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Hierbei kann es sich um besondere geologische Erscheinungen oder um Bereiche mit herausragendem Kulturwert handeln.

Naturdenkmal: Die Abgrenzung des 'Nationalen Naturmonuments' zur alten Kategorie Naturdenkmal ist noch in der Diskussion. Darunter versteht man ein unter Naturschutz stehendes Landschaftselement (Einzelobjekt oder kleines Gebiet von max. 5 ha). Meist sind dies besonders alte Bäume (z.B. 1000-jährige Linden) oder herausragende Felsformationen.

Mit der Ausweisung und dem Schutz besonderer Landschaftsbereiche soll auch dem Bedürfnis des Menschen nach Erholung in der freien Natur Rechnung getragen werden.

Landschaftsschutzgebiete dienen in erster Linie der Erholung, wobei die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft von Bedeutung ist. Gegenüber den Naturschutzgebieten handelt es sich hierbei in der Regel um großflächigere Gebiete mit wesentlich geringeren Nutzungseinschränkungen. Veränderungsverbote zielen nur darauf ab, den 'Charakter' des Gebietes zu erhalten. Deutschlandweit gibt es derzeit über 7200 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 9,9 Mio. Hektar.

Die großräumigen Naturparks bestehen überwiegend aus Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebieten. Es sind Bereiche, die sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen und in denen ein umweltverträglicher Tourismus angestrebt wird. In Deutschland gibt es derzeit 100 Naturparks mit einer Gesamtfläche von über 9,2 Mio. Hektar. Beispiele: Altmühltal, Lüneburger Heide, Rhön.

Neu sind die von der UNESCO initiierten Biosphärenreservate: Einheitlich zu schützende großräumige Gebiete, die für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind und die in wesentlichen Teilen die Voraussetzungen eines Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiets erfüllen. Sie sollen der Erhaltung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt dienen. Wesentlich ist hierbei die Erprobung von besonders ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsweisen. Biosphärenreservate sollen Kulturlandschaften vor zerstörenden Eingriffen schützen und für ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen sorgen. In Deutschland hat die UNESCO bislang 15 Biosphärenreservate anerkannt, ein weiteres ist beantragt. Beispiele: Berchtesgadener Land, Mittelelbe, Spreewald.