Rohrdommel / Bautaurus Stellaris

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Rohrdommel / Bautaurus Stellaris © Wolfgang Willner

Merkmale: Reiherähnlich gebaut, mit 76 cm kleiner als der Graureiher. Gefieder ockerbraun, dunkel marmoriert und gebändert. Das Federkleid wirkt weich und locker, daher erscheint der Körper gedrungen und der Hals dick. Der kopflange Schnabel ist schmal. Die Rohrdommel besitzt mittellange, recht großzehige Füße und einen kurzen Stoß. Beide Geschlechter wie auch Jungvögel sind gleich gefärbt. Der Paarungsruf des Männchens klingt wie dumpfes Rindergebrüll (Name 'Moorochse', 'Mooskuh').

Vorkommen: In Röhricht-, Schilfbeständen an Seen, Teichen, Sümpfen. Sehr selten, stark gefährdet.

Lebensweise: Zugvogel, der im September/Oktober (die Jungen etwas früher) nach West- und Südeuropa sowie Nordafrika aufbricht und im März/April zurückkehrt. Wenige Exemplare bleiben über Winter nahe eisfreier Gewässer.

Nahrung: Kleine Fische, Frösche, Krebstiere, Eidechsen, Schlangen, Würmer selbst Mäuse und Jungvögel. Dazu auch Wasser- und Bodeninsekten samt deren Larven.

Verhalten: Die Große Rohrdommel lebt versteckt und einsam im Röhricht. Nur im Frühjahr, ehe das Schilf hochgewachsen ist, ruht sie gerne auf Bäumen und Büschen. Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie geht bedächtig mit eingezogenem Kopf, klettert geschickt in den Rohrhalmen, fliegt langsam niedrig und geräuschlos wie eine Eule. Bei Gefahr reckt sie Hals und Schnabel senkrecht zur sogenannten 'Pfahlstellung'.

Fortpflanzung: Das Nest im Röhricht und Weidengebüsch ist ein lose zusammengefügter Bau aus Pflanzenteilen, das im Schilfdickicht meist über knietiefem Wasser hängt oder auf dem Wasser schwimmt. Das Weibchen brütet allein zwischen April und Juni die 3 - 6 grünlich braun gesprenkelten Eier aus. Die Jungen bleiben etwa vier Wochen im Nest.

Streng geschützt.