Metamorphose bei Insekten

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Metamorphose bei Insekten © Wolfgang Willner

Ein Wunder unserer Natur ist der Gestaltswandel mancher Tiere - die Metamorphose. So schlüpft aus dem Ei eines Insekts eine Larve oder Made. Sie ist plump und oft augen- und beinlos. In wenigen Wochen unaufhörlichen Fressens vermag sie ihr Gewicht zu vertausendfachen. Diese Larve aber hat weder im Aussehen, ihren Organen noch in ihren Lebensgewohnheiten etwas mit dem ausgewachsenen Insekt zu tun. Oft ist diese Jugendform vom eigentlichen Insekt so unterschiedlich, dass man sie für zwei verschiedene Arten halten möchte. Den Grund für diese Verwandlungskünste sehen manche Forscher darin, dass durch das Larvenstadium zahlreicher Nachwuchs geschützt heranwachsen kann. Vom Augenblick des Schlüpfens an frisst die sprichwörtliche 'Made im Speck' von einem schier unbegrenzten Futterangebot. Denn die Eier wurden gezielt auf bestimmte Futterpflanzen oder im 'Fleischtopf' eines Wirtstieres gelegt. Das anschließende Puppenstadium aber gleicht einem Mysterium: Hinter dieser abgeschlossenen Puppenhülle atmet und frisst die Larve nicht mehr, sie wirkt erstarrt. In ihr aber arbeiten winzige Fresszellen den alten Leib auf, sodass aus den Bestandteilen ein völlig neues Insekt entsteht. Dieses fertige Insekt muss nicht mehr wachsen. Oftmals braucht es nichts oder nur noch wenig zu fressen. Seine Aufgabe ist nur noch, sich fortzupflanzen.

Von der Puppe zum Schmetterling: Großer Fuchs, frisch geschlüpft.