Linde

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Linde © dlv

Linde
Winterlinde / Steinlinde  (Tilia cordata) und Sommerlinde / Großblättrige Linde (Tilia platyphyllos)
Die bei uns heimischen Winter- und Sommerlinden ähneln sich stark. Die Winterlinde ist entsprechend ihrer größeren Anspruchslosigkeit weiter verbreitet als die Sommerlinde. Sie wächst weit in den eurasischen Raum hinein und geht weiter nach Norden, während die Sommerlinde auf Mittel- und Südeuropa beschränkt ist. 
Besonders Sommerlinden sind Arten sommerwarmer Laubmischwälder während Winterlinden auch in kühleren Lagen zu finden sind. Allerdings sind sie spätfrostempfindlich. Im Bestand entwickeln sie hohe, schlanke, astfreie Stämme. Im Freistand bleibt der Stamm gedrungen. Oft ist er mehrstämmig, da er sich weit unten verzweigt. 
Beiden Baumarten gemeinsam sind das herzförmige Blatt, deren Form sich in der Kronenform des jungen Baumes wieder findet. Alte Bäume entwickeln sehr variable Kronenformen. Unterschiede finden sich in der Blattgröße und der Blühzeit. 
Die Blüten erscheinen im Mai/Juni. Sie duften intensiv, sind wichtige Bienenweide und finden als Medizin (Lindenblütentee) Verwendung.  Die Früchte, 5-8 mm große, kugelige Nüsschen sind mit einem Hochblatt versehen, das sie beim Abfallen wie mit einem Propeller fliegen lässt. Die Rinde ist dunkel grau, in der Jugend glatt, im Alter entwickelt sie eine dunkelgraue, stark längsrissige, raue Borke. Das helle, weiche Holz wird seit alters her in der Bildhauerei, Drechslerei und Schnitzerei verwendet. Wichtig war in früheren Zeiten der Bast, aus dem Seile und sogar Kleidungsstücke hergestellt wurden.  
Obwohl sie eine wertvolle Mischbaumart ist,  liegt die Bedeutung der Linde aufgrund der eingeschränkten Verwendbarkeit ihres Holzes weniger im forstwirtschaftlichen als im ökologischen und kulturellen Bereich. Aufgrund der Fähigkeit, aus dem Stock auszuschlagen, findet man siehäufig in Mittelwäldern. Ihr schnell zersetzbares Laub trägt zur Bodenverbesserung bei und ihre Blüten haben Bedeutung als Bienenweide.