Kiefer

dlv
Kiefer © dlv

Kiefer (Pinus sylvestris)

Die Kiefer ist zusammen mit der Fichte eine der wichtigsten Wirtschaftsholzarten, deren Verbreitung in Europa und Asien bis über den Polarkreis hinaus und südlich bis zur Türkei reicht. Sie ist eine Art der Tieflagen und Mittelgebirge. Aufgrund ihrer Standorttoleranz und Klimahärte kommen jedoch zahlreiche Standort- und Klimarassen mit unterschiedlichen Erscheinungstypen vor.  Schlanke, hohe Kronen in schneereichen Gebieten oder kurzstämmige Bäume mit breiter, ausladender Krone bis hin zu krummwüchsigen Exemplaren auf Hochmooren. Gute, nährstoffreiche Böden bringen grobastige Stämme mit breitringigem Holz hervor, so dass sie auf Standorten angebaut wird, auf denen anspruchsvollere Wirtschaftsbaumarten nicht konkurrieren können, denn dort produziert die Kiefer wertvolleres, engringiges Holz.
Die Waldkiefer gehört zu den zweinadeligen Kiefern. Auffälliges Kennzeichen ist die rote Rinde (Spiegelrinde) des kronennahen Stammes; das untere Stammdrittel hat bei alten Bäumen eine grau- bis rotbraune Schuppenborke. Die Nadeln sind in Abhängigkeit vom Ort in der Krone und vom Standort sehr variabel in Länge, Farbe und Stärke. Die Zapfen entwickeln sich aus den weiblichen Blüten, die an den Spitzen frischer Langtriebe stehen. 
Das Wurzelsystem kann auf tiefgründigem Boden ein Pfahl- oder Herzwurzelsystem sein, während sich auf felsigem Untergrund die Wurzeln flach dem Boden anpassen. 
Das rotbraune Kernholz mit gelbem Splint ist dauerhaft, gut spaltbar und weich. Das Holz der Kiefer ist als Bauholz begehrt. Es wird zu Möbeln, Fenster, Türen, Masten und Pfähle verbaut und liefert gutes Brennholz. Früher war Harzgewinnung eine wichtige Nebennutzung. 
Die lichtbedürftige Kiefer ist eine Pionierbaumart und war für frühere Generationen oftmals die einzige Möglichkeit, auf devastierten Böden noch Bäume anzubauen. 

Sie wird vom Wild nicht verbissen. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Insekten, die empfindlichen, wirtschaftlichen Schaden bis hin zur Auflösung ganzer Kiefernreinbestände hervorrufen können (Kieferneule, Kiefernspinner, Kiefernspanner, Nonne, Waldgärtner).  Auch Pilze (Schüttepilze) können die Vitalität der Bäume und somit den Ertrag beeinträchtigen.