+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 184 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 25.11.2020) +++

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Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Die Schwarzerle ist ein Baum der Fluss- und Bachufer. Sie steht in feuchten Niederungen und nassen Bruchwäldern. Auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden verträgt sie Staunässe und entwickelt ein bodenbefestigendes Herzwurzelsystem, das mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff anreichern kann.
Der Stamm ist gerade, erscheint aber aufgrund von Stockausschlägen oftmals mehrstämmig. Die Schwarzerle wird nicht hoch (etwa 25 m) bei maximal 120 Jahren und erscheint im Alter dunkel aufgrund der braunschwarzen, rissigen, senkrecht abbröckelnden Borke. Die Rinde junger Bäume ist heller und grün. Auffällig sind die gestielten, umgekehrt eiförmigen Knospen und die klebrigen jungen Blätter. Auch die wechselständig angeordneten, 4 bis 10 cm langen Blätter sind verkehrt eiförmig bis rundlich mit gesägtem Rand. Sie sind glänzend dunkelgrün und auf in den Blattwinkeln der Blattunterseite deutlich behaart. Die Blätter der Erlen fallen ohne Herbstfärbung grün ab.
Auffällig sind auch die starke Verfärbung des frisch geschnittenen Holzes unter Licht- und Lufteinfluss von gelblich-weiß hin zu dunkelrot und die kleinen, gestielten weiblichen Blütenstände des Vorsommers, die bis ins neue Jahr hin an den Zweigen hängen bleiben. 
Windbestäubung: Die Pollen der männlichen Blütenstände (Kätzchen) sind allergieauslösend.
Standortansprüche:  Die Schwarzerle benötigt humusreiche, nährstoffhaltige, tiefgründige, das ganze Jahr über durchnässte Böden. Als Pionierart in Feuchtgebieten verträgt sie nur bedingt Schatten.  Stark saure, oder sehr kalkhaltige,  flachgründige  Böden werden nur schlecht ertragen. Ihr Optimum liegt im schwach bis mäßig sauren Bereich. 
Forstwirtschaftlich: Sehr gut geeignete Baumart auf staunassen Böden oder zur Regenerierung von Ödland. Da der Stockausschlag reichlich ist, wird sie in der Niederwaldwirtschaft genutzt.  Das Holz wurde vielseitig verwendet für Schnitz- und Drechselarbeiten, als Blindholz und für kleine Gebrauchsgegenstände. Aktuell findet es Wertschätzung im Möbelbau. 
Ökologie: Die Schwarzerle bildet zusammen mit Weide und Pappel die sogenannte Weichholzaue; das sind die regelmäßig überfluteten Bereiche in unmittelbarer Gewässernähe, wo sie zur Uferbefestigung und zum Erhalt wichtiger Lebensräume beitragen. 
Gefährdung: Blattkäfer, Blatt- und Rindenpilze

 

Grauerle (Alnus incana)
Dieser Baum ist eine Art der Flussschotter in der montanen Stufe und kommt zwischen 500 bis 1400 m Höhe vor. Er ist anspruchsloser als die Schwarzerle, wird maximal 25 m hoch und stockt auf Rohaueböden in Kalkgebieten. Sie ist gekennzeichnet durch starke Frosthärte, relativer Dürreresistenz und Wurzelbrutbildung. Sie ist nicht so resistent gegen Überflutung wie die Schwarzerle, leistet aber als Pionierbaumart zur Böschungs- und Ufersicherung wertvolles. 
Die Rinde ist grau. Ebenso sind die Triebe intensiv grau behaart. Die Blätter sind im Unterschied zur Schwarzerle zugespitzt und die Blattknospen nicht klebrig, wie die der Schwarzerle, sondern fein grau behaart. 
Die Fruchtzäpfchen sind nicht lang gestielt, wie bei der Schwarzerle, sondern am Zweig sitzend bzw. kurz gestielt. 
Das Holz ähnelt dem der Schwarzerle, ist jedoch etwas leichter. 
Forstwirtschaftlich: die Bedeutung der Grauerle liegt in ihrer Fähigkeit, als Pionierbaumart Rohböden zu besiedeln, Hänge und Ufer zu befestigen und mit dem rasch zersetzbaren Laub und dem zur Knöllchenbildung fähigen Wurzelsystem Böden zu verbessern bzw. zur  Bodenbildung beizutragen.

 

Grünerle (Alnus viridis)
Die Grünerle ist mehr Strauch als Baum und kommt in alpinen Hochlagen vor, wo sie an feuchten Hängen und Ufern vorkommt. In der Stufe zwischen 1500 - 2200 ist sie mit kniehohem Grünerlenbuschwald bestandesbildend. Sie hat im Unterschied zur Grau- und Schwarzerle keine gestielten Knospen und etwas kleinere, hellgrüne Blätter als die Grauerle. 
Forstwirtschaftlich hat sie Bedeutung als Baumart für den Erosionsschutz und als Vorwaldbaumart bei Aufforstungen. Das Holz hat aufgrund der geringen Dimensionen keine erwähnenswerte, wirtschaftliche Bedeutung.