Eiche

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Eiche © dlv

Eiche
Stieleiche / Sommereiche (Quercus robur)
Weltweit verbreitet sind etwa 500 Eichenarten; davon natürlich nur zwei in Deutschland (Stiel- und Traubeneiche). Wo Stiel- und Traubeneichen zusammen treffen, entstehen nur schwer zuzuordnende Mischlinge. Die Stieleiche ist zusammen mit der Traubeneiche und der Buche eine unserer forstlich wichtigsten Laubbaumarten. Früher waren ihre Früchte (Eicheln) wichtig für die Schweinemast und sogar als menschliches Lebensmittel im Gebrauch. Auch sogenannte 'Nebennutzungen', z.B. die Nutzung der Eichenlohe zum Gerben von Häuten kam vor. Heute liegt ihre wirtschaftliche Bedeutung vorwiegend in ihrem dauerhaften Holz. 
Die Standortbedürfnisse der beiden Arten überschneiden sich, wobei die Traubeneiche wärmere Lagen mit nährstoffreichen Böden bevorzugt. Die Stieleiche ist auch auf kalten, nassen Böden zu finden. Sie durchdringt mit ihrer starken Pfahlwurzel auch verhärtete Böden und ist oft in der 'Hartholzaue' zu finden. 
Die Blätter unserer einheimischen Eichen sitzen verkehrt eiförmig am Stiel und haben an beiden Seiten 3-6 stumpfe Lappen. Die weiblichen Blüten sitzen zu mehreren an Ähren während die männlichen als Kätzchen unterhalb den weiblichen Blüten nach unten hängen. 
Beim Holz gibt es kaum sichtbare Unterschiede zwischen den beiden Eichenarten. Es handelt sich um Kernholz mit schmalem, gelblichem Splint und braunem Kern. Dieses Kernholz ist durch Einlagerungen extrem dauerhaft und wurde früher zum Schiffsbau, im Bergbau, oder als Eisenbahnschwellen verwendet. Heute ist es immer noch wichtig im Möbel- und Innenausbau, für Schnitzer- und Drechslerarbeiten, für Böden, Treppen und als Konstruktionsholz im Brückenbau. Besonders engringige Qualitäten werden teuer zum Zweck der Furnierherstellung gehandelt. Bekannt hierfür sind die langschaftigen, astfreien Stämme aus dem Spessart. Schlechtere Qualitäten werden als wertvolles Brennholz verkauft.
Ökologie: Auf den Stock gesetzte Eichen treiben wieder aus. Eine Fähigkeit, die die Eiche mit einigen anderen, einheimischen Laubholzarten gemeinsam hat. Diese Fähigkeit wurde zum Aufbau von sogenannten 'Mittelwäldern' (in Bayern z.B. in Unterfranken) genutzt, deren vordringlicher Zweck die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Brenn- und Bauholz war und immer noch ist. Es handelt sich dabei um sehr artenreiche, ökologisch extrem wertvolle Wälder. 
Gefährdung: Wie etabliert diese Baumart seit jeher bei uns ist, zeigt sich an der Fülle der Tiere, die in ihr, auf ihr und um sie lebt. Darunter sind auch Insekten, die sich immer wieder so extrem vermehren können (Massenvermehrungen), dass große wirtschaftliche Schäden entstehen. Zwar verträgt die Eiche einmaligen Kahlfraß der gesamten Krone ohne große Probleme, da sie zum Wiederaustrieb im selben Jahr fähig ist, wenn aber große Blattverluste häufig vorkommen, mehrere Insektenarten im gleichen Jahr nacheinander oder gemeinsam fressen und extreme Witterungsverhältnisse (Trockenheit) dazu kommt, können sogar diese widerstandsfähigen Bäume dadurch absterben. In der näheren Vergangenheit hat dies häufig durch den Fraß des Schwammspinners, des Eichenwicklers und neuerdings auch des Eichenprozessionsspinners stattgefunden. Geschwächte Eichen können vom Eichenprachtkäfer durch dessen Fraß unter der Rinde schnell zum Absterben gebracht werden.