Bundeswildschutzverordnung - Ergänzungen

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Bundeswildschutzverordnung - Ergänzungen © dlv

Von den Vorschriften der Bundeswildschutzverordnung nicht betroffen ist Altbesitz, der vor dem 01.04.1986 rechtmäßig erworben wurde. (Z.B. Präparate und Trophäen) Die Vorschriften gelten auch nicht für in Gefangenschaft gezüchtete Fasane, Rebhühner, Stockenten und Wachteln.

Der Jäger, insbesondere der Revierinhaber muss wissen, wie er mit Wild, das er sich angeeignet hat, weiter verfahren darf. Die Grafik zeigt die verschiedene gesetzliche Handhabe der Tierarten.

Für wildlebende Tiere, welche nicht dem Jagdrecht unterliegen gilt das Naturschutzrecht. Das Naturschutzrecht unterscheidet zwischen

1. Tieren ohne besonderen Schutz, die sich jedermann aneignen darf (Bisam, Erdmaus, Feldmaus, Hausmaus, Rötelmaus, Schermaus, Wanderratte, Nutria, Marderhund, Waschbär).

und

2. Tiere, die unter besonderem Schutz stehen, die sich niemand aneignen darf. Also auch keine Teile von diesen Tieren, z.B. Skelett, Fell, Federn, Eier, usw.)

 

Die Bundesartenschutzverordnung bestimmt, welche Arten (Pflanzen und Tiere) unter den besonderen Schutz des Bundes-Naturschutzgesetzes fallen. Dabei sind die Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und der EWG-VO Nr. 3626/82 berücksichtigt.

 

Fischotter, Wildkatze, Luchs, Großtrappe, Knäkente, Moorente und sämtliche Greifvögel unterliegen zwar dem Jagdrecht, für diese Tier gelten aber zugleich strenge naturschutzrechtliche Vorschriften nach EWG-Verordnung und müssen deshalb nicht mehr in der Bundesartenschutzverordnung aufgeführt sein.

 

Zu beachten ist, das grundsätzlich alle Vogelarten (die nicht dem Jagdrecht unterliegen) den besonderen Schutzstatus genießen. Auch Rabenkrähe und Eichelhäher.

Mit Aufnahme von Rabenvogelarten in den Anhang II/2 - Jagdbare Arten - in der Vogelrichtlinie 79/409/EWG wurde eine rechtliche Grundlage geschaffen, diese dem Jagdrecht zu unterstellen.

 

Ausnahmen vom Aneignungsrecht gelten für Lehr- und Forschungszwecke. Die Erlaubnis erteilt die Naturschutzbehörde. Darüber hinaus ist es zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen und gesund zu pflegen, soweit jagdrechtliche Bestimmungen diesem nicht entgegenstehen.