Buche

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Buche © dlv

Buche (Fagus sylvatica)
Von Natur aus wäre die Buche in Mitteleuropa die am weitesten verbreitete Baumart, da sie als Schattbaumart sehr konkurrenzstark ist und verhältnismäßig unabhängig vom Ausgangssubstrat  des Bodens sowohl auf reinem Kalk, als auch auf mäßig sauren Lehmböden bis etwa 1600 Metern Höhe vorkommt. Durch menschlichen Einfluss ist die mit Buche bestockte Fläche jedoch heute sehr viel kleiner. 
Sie kann im Alter Höhen von bis zu 45 Meter und Durchmesser von bis zu 1,5 Meter erreichen. Die Kuppelförmige Krone des Solitärs kennzeichnet die Art schon von weitem.
In der Jugend ist die Rinde glatt graugrün.  Die aschgraue, glatte Rinde älterer Bäume lässt Buchenbestände im schräg einfallenden Licht der Herbst- und Frühlingssonne silbern strahlen. Das rötlichweiße, bei Falschkernbildung rotbraune Holz ist hart und schwer und gut als Schreinerholz, zum Innenausbau, für Böden, als Furnier und als Brennholz geeignet. Die bekannte rötliche Farbe erhält es durch Dämpfen. 
Die gestielten, ganzrandigen, oberseits dunkelgrünen Blätter sind wechselständig, 5-10 cm lang, breit-eiförmig und zugespitzt. Der winterliche Zweig zeigt bis zu 2 cm lange, spitze, spindelförmige Knospen. Die Knospen sind wechselständig, vielschuppig und von rotbrauner Farbe.
Bekannt sind die Bucheckern, die dreikantigen Früchte, die zu dritt in einem stacheligen Fruchtbecher sitzen. Sie fallen im Herbst ab und dienen besonders in Mastjahren vielen Tieren als Nahrung, die dadurch zur Verbreitung der Baumart beitragen. Vereinzelt  genossen verträgt auch der Mensch Bucheckern; zu viele davon können leichte Vergiftungen verursachen. 
Forstwirtschaft: Die Buche wächst in der Jugend langsam, reagiert aber bis ins hohe Alter auf Durchforstungseingriffe mit Zuwachssteigerungen. Die im Waldbau angestrebten hohen, astfreien Schäfte bedürfen einer Umtriebszeit von bis zu 150 Jahren.
Ökologisch: Die Buche besitzt ein tief reichendes Herzwurzelsystem und trägt somit zur Bestandesstabilisierung in Mischwäldern bei. Die riesigen Buchenkronen bieten Raum für eine immense Vielfalt von Insekten, Vögeln und Säugetieren. Die im Sommer sehr dunklen, im Frühling lichtdurchfluteten Buchenhallen bieten Lebensraum für Geophyten. 
Gefährdungen: Durch Spätfröste, verschiedene Pilze, Insekten (Frostspanner) und aktuell durch mangelhafte Wasserversorgung in extrem heißen, niederschlagsarmen Sommern.
Geschichtlich: Die Buche war in früheren Zeiten ein sogenannter 'Speisebaum'. Junge Blätter dienten armen Menschen als Nahrung und das ältere Laub als Viehfutter. Das germanische Runenalphabet wurde einst in Buchen-Stäbe geschnitten (Buchstaben); mit Buchenasche machte man Waschlauge zum Wäschewaschen. Imprägnierte Balken wurden zu Bahnschwellen verarbeitet.