Birkwild / Lyrurus tetrix

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Birkwild © dlv

Der Spielhahn trägt ein Prachtgefieder in blauschwarzer Färbung. In der Balzzeit sind die roten Balzrosen über den Augen auffällig. Die Stoßfedern (Sicheln) sind nach außen gekrümmt (je älter deso zahlreicher und stärker gekrümmt), die Unterstoßfedern sind leuchtend weiß. Beide Geschlechter haben auf den Schwingen einen weißen Spiegel. Die Henne ist tarnfarben, rötlich- und hellbraun gebändert.

Birkwild ist bei uns ein Relikt der Eiszeiten und so liebt es offene, mit wenig Gebüsch und Bäumen besetzte Landschaften. Geignet sind Moore und Heiden, im Mittelgebirge lichte, bewaldete Kammlagen. Im Flachland ist Birkwild bis auf kleine Reste verdrängt. Größere Populationen gibt es bei uns nur noch im Bayerischen Wald, der Rhön, im Erzgebirge und in den Alpen. Zahlreich kommt Birkwild in alpinen Regionen, in Schottland, Skandinavien und Osteuropa vor.

Im Sommer werden Zwergsträucher genutzt, im Winter Knospen von Laubbäumen und ein geringer Nadelanteil. Küken müssen mit eiweisreichen Insekten und Wirbellosen gefüttert werden. Übernachtet wird auf Bäumen im Winter auch in Schneehöhlen. Das Sozialverhalten ist Polygam. Die Gesperre bleiben bis zum Herbst zusammen. Hähne im Sommer in Kleingruppen, im Winter Gruppen aus Hähnen und Hennen.

Im April und Mai findet bei Tagesanbruch eine Gemeinschaftsbalz am Boden statt. Typisch ist dabei das Kullern und Zischen des Hahns. Nach Sonnenaufgang findet eine Einzelbalz auf Bäumen statt. Die Henne legt 6 - 10 Eier. Die Jungen sind Nestflüchter.

In Deutschland findet keine Bejagung statt.