+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 71 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 20.10.2020) +++

Birke

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Birke © dlv

Birken (Betula pendula) (=mit überhängenden Zweigspitzen)
Deutsche Namen: Hängebirke, Sandbirke, Weißbirke, Warzenbirke
Die in fast ganz Europa verbreitete Sand- oder Hängebirke erfüllt alle Kriterien einer Pionierbaumart. Sie ist anspruchslos, extrem lichtbedürftig und in der Jugend raschwüchsig. Sie wird maximal 30 m hoch bei einem Höchstalter von 120 Jahren. Im Sommer ist sie erkennbar durch das frischgrüne Laub, die weiße Rinde und die spitzwinklig ansteigenden Äste, die am Zweigende beweglich nach unten hängen. Anfangs ist die Rinde glänzend weiß, später  bildet sich eine schwarze, längs gefurchte Borke, die das Weiß des Stammes unterbricht. Die Zweige sind mit feinen Drüsen besetzt, die sich beim Anfassen wie Sandpapier anfühlen. Daher stammt der häufig gebrauchte Name 'Sandbirke'. Die Blätter sind dreieckig, etwa 4 cm lang, spitz zulaufend und am Rand doppelt gesägt.  
Die Birkenblüte ist vielen Allergikern bekannt. Sie findet von März bis Mai statt. Die Früchte, walzenförmige Kätzchen, reifen von Juli bis September. 
Auffällig sind die vielen, abgefallenen feinen Zweige, die sich unter den Kronen häufig finden. 
Die Sandbirke wächst in lichten Laub- und Nadelwäldern, auf Kahl- und Brachflächen. Sie ist die Baumart der 'ersten Stunde' zur Besiedelung von Neuland, wo sie später von schattentoleranteren Arten ausgedunkelt wird. Typisch ist, dass sie mit ihrem nicht sehr tief reichenden Herzwurzelsystem den Boden unter ihrer Krone oberflächlich austrocknet. Deswegen ist sie in Gärten weniger beliebt. Aufgrund ihres hellen, freundlichen Erscheinungsbildes wird sie jedoch in Parks gerne angebaut. 
Forstwirtschaftliche Bedeutung: Obwohl sie als Vorbaumart geschätzt war, wurde sie in älteren Beständen als störende Konkurrenz betrachtet und entfernt. Es gibt jedoch Märkte für das helle, seidig glänzende Holz, weswegen inzwischen durchaus Augenmerk auf Anbau und Vermarktung gelegt wird.  Es ist leicht und zäh, als Brennholz begehrt und für Möbel und Drechslerarbeiten verwendbar. Aus ausreichend starken Stämmen und Maserknollen werden wertvolle Furniere (z.B. Flammbirke) hergestellt.
Gefährdung: Der weiße Farbstoff der Rinde (Betulin) schützt gegen Tierfraß; empfindlich ist sie jedoch gegen Trockenheit

Moorbirke (Betula pubescens)
Die Moorbirke unterscheidet sich von der Hängebirke durch aufrecht stehende, nicht wie bei der Hängebirke überhängende Zweigenden, fein behaarte Blattstiele und Triebe, eine waagrecht gebänderte, weißgraue Rinde mit schwarzen Rauten und derberen, weniger gezackten Blättern. 
Sie ist noch anspruchsloser als die Hängebirke und besiedelt feuchte bis staunasse, nährstoffarme Sand- und Moorböden.  Sie ist ein Pionierbaum für extreme Standorte und bildet im kontinentalen Klima Sibiriens großflächig Reinbestände. 
Holz und Verwendung entspricht dem der Hängebirke. Die Forstwirtschaftliche Bedeutung ist ihren Standorten und Vorkommen entsprechend gering. Aufgrund des im Vergleich zur Hängebirke viel düstereren Aussehens wird sie kaum als Park- und Zierbaum angebaut.