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Streamer binden

Foto: Hans Eiber


Steckt der Haken im Kiefer des Fisches können aber wegen des relativ großen Abstands vom Punkt der Verankerung bis zum Hakenöhr stärkere Hebelkräfte auftreten. Vor allem bei wechselnder Zugrichtung, wie es in einem scharfen Drill öfters vorkommt, kann sich der Sitz des Hakens schnell so weit lockern, dass er den Halt verliert und vom Fisch ausgespuckt wird. Ein kurzer Hakenschenkel reduziert diese negativen Nebenwirkungen. Die Aufgabe besteht also darin, zwar einen längeren Streamer zu gestalten, aber die Hebelkräfte trotzdem so gering wie möglich zu halten. Die Idee ein Muster in zwei Partien zu teilen ist durchaus nicht neu. Das gibt es eigentlich schon lange, aber die Methode wird erst nach und nach populär. StrEs ist etwas mehr Aufwand, bindetechnisch gesehen, die Ergebnisse sprechen allerdings für sich. Außer der guten Haltefähigkeit im Fischmaul verhalten sich diese Muster im Wasser äußerst lebendig und sind großartige Fischverführer.
In letzter Zeit gibt es tatsächlich immer mehr Bindeanleitungen für die „Articulated Streamers“, wie die mobilen Muster im Englischen bezeichnet werden. In deutscher Sprache heißt das nichts anderes als „Gelenk-Streamer“. Hier die Bindeanleitung für eine Mühlkoppe.
 

Bindematerial

  • Bindefaden: Kevlar (oder ähnlich reißfest)
  • Hinterer Haken: Streamerhaken, kurzschenklig, Gr. 4, 6
  • Schwänzchen: Rotfuchs, (hier von der Bauchseite)
  • Körper: Micro-Chenille
  • Körperhechel: Grizzly-Hechel
  • Rippung: Golddraht, fein
  • Schwinge: Rotfuchs, (Rücken)
  • Hängerschutz: Mono"V" (0,45mm Hard Mono)
  • Vorderteil: Streamerhaken lang, Gr. 2 (am Schluss abklemmen)
  • Verbindungsschlaufe: Hardmono 20 lbs
  • Beschwerung: Metallauge (4,5mm), Tungsten-Perlen
  • Körper bis Rippung: Wie hinterer Haken
  • Dicker Vorderteil: Fuchshaar
  • Brustflossen: Brustfeder brauner Hühnervogel

 

 

 

 

 

 

Schritt 1

Foto: Hans Eiber


Zuerst den hinteren Haken fertigstellen. Schwänzchen aus Fuchshaar einbinden, Grizzlyhechel und Golddraht am vor dem Haar festlegen. Micro-Chenille als Körper einbinden. Mit Grizzlyhechel überwinden und alles mit Draht sichern. Das vorbereitete Monofil „V“ am Öhr einbinden. Zum Schluss etwas Fuchshaar als Schwinge einbinden.
 

Schritt 2

Foto: Hans Eiber


Metallaugen auf der Hakenunterseite mit Achterschlaufen festlegen. Gleich zu Anfang einen Tropfen Sekundenkleber auf die Wicklungen, damit der Kleber zum Hakenschenkel Kontakt hat. Das verhindert das Verdrehen der Augen. Mit mehreren Windungen festziehen. Hardmono ebenfalls mit nur einigen Windungen am Hakenschenkel festlegen. Wieder etwas Sekundenkleber aufbringen, dann überwickeln. Eine oder zwei Tungsten-Perlen auffädeln.

Schritt 3

Foto: Hans Eiber


Den fertigen „Hinterteil“-Haken einfädeln, dann Mono nach vorne schlagen und Schlaufe formen. Festlegen mit Sekundenkleber und nochmal sorgfältig mit Bindefaden abwickeln. Monofilrest abschneiden.
 

Schritt 4

Foto: Hans Eiber


Vor der Schlaufe etwas Fuchshaar nach hinten abstehend festlegen, um das Gelenk etwas
abzudecken. Analog zum hinteren Haken Körper, Körperhechel und Draht einbinden und einarbeiten.
 

Schritt 5

Foto: Hans Eiber


Knapp hinter den Augen auf jeder Seite ein Büschel Fuchshaar einbinden, zusätzlich eines oben in der Mitte. Seitlich noch zwei braune oder graue Brustfedern eines Hühnervogels anbringen, um die charakteristischen Brustflossen einer Koppe zu betonen. Köpfchen mit Krystal-Chenille formen. Abschlussknoten
 

Schritt 6

Foto: Hans Eiber


Streamer anfeuchten. Haare nach vorne streifen und Hakenbogen mit Seitenschneider abklemmen. Ein Haken am Muster reicht. Fertig zum Einsatz. Petri Heil!