Home Stabil und rutschfest - Bau eines Bohlensteges

Stabil und rutschfest - Bau eines Bohlensteges

(Foto: J. Rahn)



Nicht selten hindern kleine Wasserläufe oder Kanäle den Jäger oder ganze Jagdgesellschaften daran, möglichst rasch und trocken von einem Revierteil in den anderen zu gelangen.
Mitunter sind große Umwege notwendig die beispielsweise auch Nachsuchen deutlich erschweren und unnötig verlängern. Andererseits geht von derartigen Gewässern, sofern die umgebende Landschaftsstruktur und die Uferbeschaffenheit den Anforderungen entspricht häufig eine magische Anziehungskraft auf das Wild aus. In vielen Fällen erscheint es daher lohnend, an entsprechender Stelle eine oder mehrere Ansitzeinrichtungen zu platzieren. Um diese zu erreichen oder jenseits des Wassers erlegtesWild besser bergen zu können, lohnt es sich einen dauerhaft sichere Querholzsteg zu errichten. Gewusst wie, ist ein Bau eine relativ einfache und schnell zu erledigende Revierarbeit.

Bauanleitung

Die Auflagefläche der Lauffläche wird eingesägt. (Foto: J. Rahn)


Als Baumaterial verwenden wir auch hier Eichen- und Douglasienholz. Die Auflagen für die Lauffläche, die Lauffläche selbst und die Pflöcke, die den Auflagen den nötigen Halt geben, werden aus Eiche gefertigt. Für die Lauffläche findet ein in der Mitte aufgetrennter Eichenstamm von mindestens 25 cm Durchmesser Verwendung. Der Kernholzanteil sollte möglichst groß sein (Fäulnis!).
Der Handlauf des Steges wird aus Douglasien-Rundhölzern erstellt.
Vor der Verarbeitung müssen alle Hölzer geschält werden. Da die Eiche in dem bereits erwähnten Durchmesserbereich sehr grobborkig ist, kann das Schälen leichter mit einer Motorsäge als mit einem Schäleisen durchgeführt werden. Im Handel sind Schälanbaugeräte für die Motorsäge erhältlich. Man kann die Borke aber auch genauso gut mittels der Motorsäge absägen. Der im Folgenden beschriebene Stegbau bezieht sich auf einen Bach, dessen Bachbreite 3,20 Meter beträgt.
Bei anderen Maßen ändern sich nur die anschließend geschilderten Längen der Eichenlauffläche sowie die des Handlaufes. Damit der Steg in Hochwasserzeiten nicht unter Wasser liegt und somit schneller verrottet, müssen sich die Träger für die Lauffläche des Steges etwa 70 Zentimeter über dem normalen Wasserstand befinden. Hieraus ergeben sich die Stellen, wo parallel zur Wasseroberfläche in die Böschungsseiten des Baches gegraben werden muss. In diese ausgehobenen Stellen werden die Kanthölzer (1,00x0,25x0,25 Meter) waagerecht gelegt und mittels einer Wasserwaage ausgerichtet. Nachdem der Einbau der Eichenauflagen an beiden Bachseiten erfolgt ist, werden diese durch je zwei Eichenkanthölzer (Pflöcke) von 80x9x7 Zentimeter gesichert.

Hierfür werden die Pflöcke an der Frontseite (zum Wasser zeigend) der Eichenauflagen 55 Zentimeter tief in den Boden geschlagen. Als zusätzliche Absicherung gegen ein Wegrutschen der Auflagen werden die Pflöcke an diese genagelt. Zwei 5,60 Meter lange Eichenhalblinge von etwa 25 Zentimeter Durchmesser dienen als Lauffläche. Um eine Lauffläche ohne großen Spalt herstellen zu können, werden beide Halblinge nebeneinander auf Holzunterlagen gelegt. Mit der Motorsäge werden die Laufflächenhalblinge nun so lange beigesägt, bis sie möglichst auf ganzer Länge aneinanderstoßen.
Ist das geschehen, kann die Laufoberfläche fischgrätartig mit der Motorsäge (1 Zentimeter tief) im Abstand von ca. 15 Zentimeter eingesägt werden. Die Rutschgefahr bei feuchtem Wetter wird durch diese Maßnahme verringert. Auf die Lauffläche genagelter Kükendraht erfüllt den gleichen Zweck. Damit die Halblinge waagerecht auf die Auflagen gelegt werden können, werden die zuvor genannten an der abgerundeten Seite mit jeweils einer 25 Zentimeter langen und 10 Zentimeter breiten Einkerbung versehen. Nachdem die Laufflächenhalblinge auf den Auflagen abgelegt und ausgerichtet worden sind, werden sie mit 200er Nägeln festgenagelt und zwar so, dass 20 Zentimeter an den Seiten der Auflagen überstehen. Hiermit ist der Steg bis auf den Handlauf fertiggestellt.

Bevor die 2,00 Meter langen und 9 Zentimeter dicken Ständer für den Handlauf in den Boden geschlagen werden können, müssen zwei abgerundete Aussparungen (direkt vor den Pflöcken) in die Lauffläche gesägt werden. An dieser Stelle werden die Ständer 60 Zentimeter tief in die Böschung geschlagen und anschließend mit Nägeln sowohl an der Lauffläche als auch an der Auflage (durch den Pflock nageln) befestigt.

Auf die 95 Zentimeter über die Lauffläche ragenden Handlaufständer wird nur der 6,00 Meter lange und ca. 6 Zentimeter dicke Handlauf mittig angenagelt. Dabei empfiehlt es sich, die Handlaufunterseite an der Nagelstelle etwas anzuflachen. Dadurch ist ein guter Halt gewährleistet. Für zusätzliche Stabilität sorgen die beiden 1,75 Meter langen und 7 Zentimeter dicken Handlaufstützen. Sie werden an beiden Enden mit der Motorsäge angeschrägt und sowohl an den Ständer in Höhe der Lauffläche als auch an die Unterseite des Handlaufes (2,20 Meter vom Handlaufende gemessen) angenagelt.

Auf diese Weise ist ein Steg entstanden, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Dabei wurden die natürlichen Eigenschaften der einzelnen Holzarten ausgenutzt. Am richtigen Platz erstellt, bietet der neue Steg eine wesentliche Erleichterung des Jagdbetriebes.

Modellhaft für einen 3,20 Meter breiten Wasserlauf. Bei anderen Weiten sind die Maße umzurechnen. Alle Hölzer werden geschält, wobei beim Schälen der Lauffläche die Motorsäge zu Hilfe genommen werden kann (Absägen der starken Borke).