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Selbermachen: Smartphone-Ladestation aus Holz

Hans Eiber
am
Dienstag, 24.03.2020 - 09:54
Smartphonestaender.jpg © Hans Eiber
Rustikale Eleganz kennzeichnet diese Ladestation für das Smartphone.

Ein nettes Accessoire für jemanden, der das persönliche „digitale“ Umfeld für sich oder andere, beispielsweise in einem Jagdzimmer, etwas naturnäher gestalten will. Den Rohstoff dazu finden wir in Restholzhaufen im Wald oder wie in diesem Fall in Form eines gut armstarken Astes eines angemorschten und deshalb vorsorglich gefällten Apfelbaums im Hausgarten.

So wird dabei vorgegangen (Bilder dazu siehe Galerie unten):

Markantes Aststück

Mit einer scharfen Japansäge wird von dem Ast ein etwa 15 Zentimeter langes markantes Stück mit betont verdicktem Ende abgeschnitten.

Rückenlehne

Auch wenn man keine professionelle Werkbank besitzt: Ein auf den Hackstock geschraubtes Kantholz (4 x 6 Zentimeter) und eine große Schraubzwinge dienen als brauchbare Klemmvorrichtung. Das Holzstück etwa zwei Drittel leicht schräg von oben einsägen, sodass eine leicht geneigte Rückenlehne für das Smartphone entsteht. Die Linie vorher mit einem kräftigen Bleistift oder Edding vorzeichnen.

Fußstück absägen

Die Rinde hat sich inzwischen selbst abgelöst. Schraubzwinge entfernen und liegendes Stück gegen das Kantholz drücken. So lässt es sich ausreichend fest mit der Hand fixieren. Nun von der Seite schräg in Richtung des Endes des ersten Schnitts sägen. Die Sägelinie ebenfalls vorher markieren. Die Grobform ist fertig. Sieht schon ein bisschen aus wie die Miniaturform eines Wohnzimmersessels.

Öffnung bohren

Die Mitte am Boden suchen, kennzeichnen und mit dem 6er-Bohrer ganz durchbohren. Die obere Öffnung soll rund einen knappen Zentimeter vor der Rückwand liegen. Das ist ein wenig „verzwickt“. Beim zweiten Ständer klappt es besser. Beim ersten kam der Bohrer zu nahe an der Rückenlehne raus. So hätten die Anschlüsse nicht übereinandergepasst. Die Lehne musste ich etwas nachschneiden, damit der Abstand wieder stimmte. Das Loch mit einer dünnen, runden Holzraspel möglichst oval erweitern. Wiederholt überprüfen, ob der Stecker durch das Loch passt. Sobald das der Fall ist, kann man aufhören. Von den abfallenden Sägespänen einige Brösel zusammenkehren und für später aufbewahren.

Kabelnut legen

Mit der Holzraspel eine Nut für das Kabel einlegen. Ist eine flache Nut und damit eine Führung erreicht, lässt sie sich auch vorsichtig mit der Spitze der vorher verwendeten Japansäge schnell erweitern.

Anleitung Schritt für Schritt

1.Aststueck.jpg
© Hans Eiber

1. Ein etwa 15 Zentimeter langes markantes Stück mit betont verdicktem Ende von einem Ast abschneiden.

2.Rueckenlehne.jpg
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2. Das Holzstück etwa zwei Drittel leicht schräg von oben einsägen.

3.Fußstück.jpg
© Hans Eiber

3. Von der Seite her schräg in Richtung des Endes des ersten Schnitts sägen.

4.Oeffnung.jpg
© Hans Eiber

4. Die Mitte am Boden suchen, kennzeichnen und mit dem 6er-Bohrer ganz durchbohren. Das Loch mit einer dünnen, runden Holzraspel möglichst oval erweitern, bis das Kabel durchpasst.

5.Kabelnut.jpg
© Hans Eiber

5. Mit der Holzraspel eine Nut für das Kabel einlegen.

6.Schleifarbeit.jpg
© Hans Eiber

6. Das Holzstück nachformen, von unerwünschten Unebenheiten befreien, die Kanten brechen, mit Schleifpapier glätten.

7.USB-Stecker.jpg
© Hans Eiber

7. Den Lade-Stecker von unten durch das Loch führen. Öffnung mit einem aushärtenden Montagekleber füllen.

8.Einpassen.jpg
© Hans Eiber

8. Den Stecker in das Leimbett zurückziehen, bis die schwarze Kunststoffarmierung noch rund 1 bis 2 Millimeter über das Holz ragt.

9.Oberflaeche.jpg
© Hans Eiber

9. Den Kleber über Nacht aushärten lassen. Das Kabel am Boden straff in die Nut legen und mit einem gut haftenden Klebeband fixieren..

10.Fertig-aufgestellt
© Hans Eiber

10. Die Oberfläche noch mit Holzwachs oder Walnussöl behandeln. Die Telefonladestation ist damit einsatzbereit.

Schleifarbeit

Das Holzstück mit einer flachen Holzraspel, eventuell auch einem elektrischem Schwingschleifer, nachformen, von unerwünschten Unebenheiten befreien, die Kanten brechen. Oberfläche mit Schleifpapier glätten.

USB-Stecker einziehen

Für diese Ladestation wollte ich natürlich nicht das Originalkabel verwenden. Kein Problem, denn im Elektrohandel gab es drei Mini-USB-Kabel im Paket für weniger als zehn Euro. Die Anschlussart hängt natürlich vom Smartphone-Typ ab. Den Mini-USB-Stecker von unten durch das Loch führen. Öffnung mit einem aushärtenden Montagekleber, hier UHU Maxi Repair, füllen.

Stecker einpassen

Den Stecker in das Leimbett zurückziehen, bis die schwarze Kunststoffarmierung noch rund 1 bis 2 mm über das Holz ragt. Sollte das Loch etwas zu groß ausgefallen sein, kann man den Stecker wie hier auf dem Bild mit ein oder zwei kurzen Streichholzstückchen im weichen Leim fixieren. Nun einige der gesammelten Sägespäne mit etwas Leim anmischen und die letzten Hohlstellen oberflächlich damit ausfüllen. Das Holzgemisch kaschiert die Leimfüllung. Zum Schluss mit der Messerspitze glattstreichen und auch mögliche Leimverschmutzungen am Stecker selbst abnehmen.

Oberfläche behandeln

Den Kleber über Nacht aushärten lassen. Nun das Kabel am Boden straff in die Nut legen und mit einem gut haftenden Klebeband fixieren. Die Kabelnut wird dann mit einem Gemisch aus Leim oder Holz-Leim glatt ausgestrichen. Das Ganze lassen Sie in aller Ruhe wieder gründlich aushärten. Die Oberfläche noch mit Holzwachs oder Walnussöl behandeln, dann ist unsere Telefonladestation eigentlich einsatzbereit und findet ihre Aufstellung an einer gut erreichbaren Stelle in der Nähe einer Netzdose oder eines PC-USB-Anschlusses.

Anmerkung: Kommt das Stück Holz frisch aus dem Garten oder dem Wald, kann es während der Bearbeitung aufreißen. Meistens ist es nur ein stärkerer Riss, über den sich die Spannung entlädt. Das war auch bei meinem Holzstück der Fall. Nachdem sich die Sache nach ein paar Tagen in trockener, warmer Lage beruhigt hatte, habe ich den Riss einfach mit dem Holz-Leim-Gemisch ausgefüllt. Nach der Öl- beziehungsweise Wachsbehandlung fiel er kaum mehr auf.

Man kann dieses Problem allerdings auch elegant umgehen, indem man kein frisches Holz verwendet, sondern auf länger eingelagertes und gut abgetrocknetes Material zurückgreift. Viel Spaß dabei!