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Palettenschirm: Ruckzuck zum Bodenschirm

Jäger beim Blatten im Palettenschirm.


Egal ob Blattzeit, Schauflerbrunft, Drückjagd oder zum versteckten Ansitz an Waldwiesen, Schirme sind eine schnelle und kostengünstige Alternative zu Kanzel, Leiter & Co. Allerdings sollte natürlich ein gewachsener Kugelfang gegeben sein. Für jagdliche Brennpunkte, wie bei der Wildschadensverhütung im Feld oder als „Pionier“ an Flächen, die neu für die Jagd erschlossen werden sollen, eignen sich transportable Varianten ebenso vorzüglich. An bewährten Plätzen sind kompakte, fest eingebaute Schirme erste Wahl, denn sie haben den großen Vorteil, dass sie sich optimal in die natürliche Umgebung einbauen lassen und somit von Waldbesuchern weniger entdeckt werden.

Ein paar Paletten und los geht’s

Der hier vorgestellte Schirm wird hauptsächlich aus Einwegpaletten, wenigen Kanthölzern und Dielenbrettern gebaut. Die Beplankung der Paletten liefert bereits einen guten Sichtschutz. Sie können mit einem Tarnnetz oder Fichtenzweigen zusätzlich verblendet werden. Mit dieser einfachen Bauweise gelingt nicht nur eine äußerst zweckmäßige und ansehnliche Reviereinrichtung in kürzester Zeit - Paletten, die sich vielleicht im Holzschuppen angesammelt haben, werden ideal „recycelt“. Da die geläufigen Einwegpaletten zudem Idealmaße (100 x 120 cm) haben, passen zwei Personen in den Schirm. Mit der Auflagenhöhe von einem Meter treffen wir ebenfalls einen Idealwert, mit dem Jäger in fast allen Körpergrößen zurechtkommen.

Für den „Recycling-Schirm“ braucht‘s nicht viel. Ideale Ein-Mann-Arbeit. © Matthias Meyer

Für den „Recycling-Schirm“ braucht‘s nicht viel. Ideale Ein-Mann-Arbeit.

Mit dem Laubbesen wird der ausgesuchten Standplatz möglichst eben vorbereitet. © Matthias Meyer

Mit dem Laubbesen wird der ausgesuchten Standplatz möglichst eben vorbereitet.

Die Paletten werden mit der Ladefläche nach innen aufgestellt. Die aufrechte Seite ist die kürzere (100 cm). In die beiden seitlichen Paletten schlagen wir jeweils vorne und hinten zwei Pfosten ein. © Matthias Meyer

Die Paletten werden mit der Ladefläche nach innen aufgestellt. Die aufrechte Seite ist die kürzere (100 cm). In die beiden seitlichen Paletten schlagen wir jeweils vorne und hinten zwei Pfosten ein.

Mit Spaxschrauben befestigen wir das Seitenteil an den Pfosten. © Matthias Meyer

Mit Spaxschrauben befestigen wir das Seitenteil an den Pfosten.

Die Frontpalette wird zwischen den beiden Seitenpaletten bündig ausgerichtet und mit Spaxschrauben diagonal so fixiert, dass die Schrauben ein Widerlager in den Massivholzklötzen der Frontpalette finden. © Matthias Meyer

Die Frontpalette wird zwischen den beiden Seitenpaletten bündig ausgerichtet und mit Spaxschrauben diagonal so fixiert, dass die Schrauben ein Widerlager in den Massivholzklötzen der Frontpalette finden.

„The same procedure“: Pfosten setzten und anschließendes Verschrauben wie beim ersten Seitenteil. © Matthias Meyer

„The same procedure“: Pfosten setzten und anschließendes Verschrauben wie beim ersten Seitenteil.

Überstehende Enden der eingeschlagenen Eckpfosten einfach mit Höhe der Schirmoberseite absägen. © Matthias Meyer

Überstehende Enden der eingeschlagenen Eckpfosten einfach mit Höhe der Schirmoberseite absägen.

Mit dem Zollstock wird die Höhe der seitlich anzubringenden Auflagehölzer für das Sitzbrett ausgemessen. Oberkannte Sitzbrett zu Oberkante Gewehrauflage sollte 50-52 cm betragen. © Matthias Meyer

Mit dem Zollstock wird die Höhe der seitlich anzubringenden Auflagehölzer für das Sitzbrett ausgemessen. Oberkannte Sitzbrett zu Oberkante Gewehrauflage sollte 50-52 cm betragen.

Die seitlichen Sitzbrettauflagen werden in die Waage gebracht und dann an den jeweiligen Pfosten befestigt. © Matthias Meyer

Die seitlichen Sitzbrettauflagen werden in die Waage gebracht und dann an den jeweiligen Pfosten befestigt.

Nach vorherigem Probesitzen befestigen wir die beiden Sitzbretter – mit etwa einem Zentimeter Luft zueinander – nun an den Auflageholmen. © Matthias Meyer

Nach vorherigem Probesitzen befestigen wir die beiden Sitzbretter – mit etwa einem Zentimeter Luft zueinander – nun an den Auflageholmen.

Das breite Brett für die Gewehrauflage kommt als letztes auf die Brüstung und kann nun als Gewehrauflage oder Fernglasablage dienen. So kann man gut einen Sandsack oder den Lodenmantel als weiche Auflage darauflegen. © Matthias Meyer

Das breite Brett für die Gewehrauflage kommt als letztes auf die Brüstung und kann nun als Gewehrauflage oder Fernglasablage dienen. So kann man gut einen Sandsack oder den Lodenmantel als weiche Auflage darauflegen.

Ruck zuck zusammengezimmert und schon fertig! In wenigen Tagen wollen wir hier unser Glück beim Blatten probieren. © Matthias Meyer

Ruck zuck zusammengezimmert und schon fertig! In wenigen Tagen wollen wir hier unser Glück beim Blatten probieren.


Wildmeister Matthias Meyer Als Berufsjäger leitet er den Jagdbetrieb in der Fürst zu Oettingen-Spielberg’schen Forstverwaltung in Oettingen/ Bayern. Er ist außerdem erfahrener Schweißhundeführer und langjähriger PIRSCH-Autor.
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