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Bauanleitung Hochsitz: Alles aus dem Baumarkt

Schnelle und einfache Lösung: Der Hochsitz aus dem Baumarkt.


Zu Beginn: Lassen Sie sich für die Materialauswahl ausreichend Zeit und begutachten Sie jedes einzelne Kantholz und Brett genau. Gefragt sind vor allem gerade Teile mit wenigen Asteinschlüssen. Nehmen Sie es in die Hand und visieren Sie die Längskanten entlang. Achten Sie nicht nur darauf, dass die Hölzer möglichst gerade sind, sondern auch darauf, dass sie nicht in sich verdreht sind. Wer dies nicht tut, kann später beim Zusammenbau eine böse Überraschung erleben. Es ist nämlich fast unglaublich, welch „krumme Dinger“ dort oft in den Regalen stehen. Um den Verschnitt auch wirklich geringzuhalten, müssen die Kanthölzer und Bretter richtig zurechtgesägt werden. In der „Einkaufsliste“ für die Variante mit Dach wurden daher neben den Baumarktartikeln auch deren Länge und Funktion nach Teilung angegeben.
Für den Hochsitz ohne Dach werden einfach kürzere Ständer mit zwei Meter Länge verwendet. Der „Sprossenabstand“ wird kleiner gemacht (34 cm) und die Gewehrauflage sowie die Arm­auflagebretter ohne Aussparung im Ständerbereich angebracht.
Insbesondere bei frei aufgestellten Sitzen sollte die Vorderseite unter der Gewehrauflage und die Rückseite über dem oberen Querbrett verblendet werden. Vorne kann beispielsweise ein Holzrahmen mit Drahtgitter zur Aufnahme von Tarnmaterial aufklappbar angebracht werden. Hinten kann ebenfalls ein Drahtgitter mit Krampen befestigt werden. Genauso können natürlich auch Tarnnetze verwendet werden. Wem das hellglänzende Holz nicht gefällt: Baumärkte haben auch imprägnierte Ware vorrätig. Allerdings ist hier die Materialauswahl deutlich geringer. Ansonsten können die Hölzer zur Verbesserung der Witterungsbeständigkeit auch mit Holzschutzmittel behandelt werden.

Download: Die Materialliste im PDF-Format

Hier können Sie die Skizze herunterladen

1. Seitenteile fertigen

Skizze vom Baumarkt-Hochsitz.


Zwei Ständer (A) mit Außenabstand von 1,1 m parallel nebeneinanderlegen. Die Ständer 215 cm über den unteren Enden mit einer Armauflage (B) und unten provisorisch mit einem Kantholz verbinden. Als provisorisches Kantholz kann entweder das Kantholz für die Sprossen gekürzt um eine Sprossenlänge (also 150 cm lang) oder ein eigenes Kantholz mit 110 cm Länge verwendet werden. Ein Dachauflager (C), das an einem Vorderständer 15 cm unter dessen oberem Ende und am anderen Ständer ganz oben liegt, so anschrauben, das es beidseitig etwa 7 cm über die Ständer hinausragt.
Das Seitenteil umdrehen und rechtwinklig ausrichten. Die Sitzbrett- (D) und Bodenbrettauflagen (E) anbringen. Ein mit der breiteren Seite nach vorne/ hinten ausgerichtetes Rückenlehnenholz (F) so einlegen, dass es oben am Ständer anliegt und im Bereich der Bodenbrett­auflage 30 cm vom Ständer entfernt ist. Das Rückenlehnenholz befestigen. Das provisorische Kantholz wieder entfernen. Zweites Seitenteil spiegelbildlich fertigen.

 

2. Seitenteile verbinden

Rahmen-Seitenteil, verbunden mit provisorischem Kantholz unten und die Seitenteile, spiegelbildlich fertiggestellt.


Ein Seitenteil auf ebenem Boden mit den Vorderständern nach unten senkrecht aufstellen. Im Idealfall kann man dabei die nun oben befindlichen hinteren Ständer an einem stabilen Gegenstand festklemmen, anschrauben oder anbinden. Ansonsten z.B. mit einem provisorisch angebrachten großen Holzwinkel oder provisorischen Stützstreben das Seitenteil stabilisieren. Das andere Seitenteil mit einem Außenabstand von 1 m und Ständerenden auf gleicher „Höhe“ parallel dazu ebenfalls mit den Vorderständern nach unten und den Sitzbrett- bzw. Bodenbrettauflagen nach innen senkrecht aufstellen.
Die Seitenteile in folgender Reihenfolge miteinander verbinden, wobei immer wieder der rechte Winkel zwischen den Hölzern (außer Diagonalverstrebung der Rückseite) kontrolliert wird:

  • Querbrett hinten oben (G)
  • zweite Sprosse von unten (H) mit Aussteifungen, den an beiden Seiten auf 45° abgeschrägten ­Kantholzstücken (I)
  • Querbrett hinten unten (J)
  • Diagonalbrett zwischen den ­Querbrettern (K)
  • provisorisches Verbindungsholz zwischen den vorderen Ständern oben

3. Grundkonstruktion fertigstellen

Anbringung von Gewehrauflage- und Armauflagebrettern.


Sitz umdrehen, sodass die vorderen Ständer nun oben liegen, und untere Sprosse (L) befestigen. Die Sprossen mit einem „Mittelholm“ (M) verbinden. Sitz aufstellen. Bodenbretter (N), Sitzbretter (O) und Rückenlehnenbretter (P) anbringen.
Auf Höhe der Armauflagen vorne an den Ständern jeweils einen Holzverbinder anbringen. Die Gewehrauflage (Q) an den Ständern so aussägen, dass sie vorne 6 cm über die Ständer hinausragen. Die Gewehrauflage festschrauben. Provi­sorisches Holz oben zwischen den vorderen Ständern wieder entfernen. ­Armauflagebretter (R) an den Ständern so aussägen, dass sie bis zur ­Gewehrauflage hinausreichen. Armauf­lagebretter anbringen.

4. Dach fertigen

Die Bitumenwellplatten werden auf die Dachkonstruktion genagelt.


Zwei Dachlängsträger (S) mit einem Innenabstand (ca. 108 cm), der etwas größer ist als der Außenabstand der Dachträger, parallel nebeneinanderlegen. Sieben Dachlatten (T) mit einem Randabstand von 4,5 cm und 31 cm Abstand (2 x 4,5 + 6 x 31 + 5 = 200) befestigen.
Zwei sich überlappende Bitumenwellplatten mit Spezialnägeln auf den Dachlatten befestigen. Dabei jeweils durch Unterlegen oder Gegenhalten das Schwingen der Dachlatten reduzieren. Überstehende Nägel umschlagen.

 Dr. Schmidt: „Vorteil des Baumarktmaterials: Man bekommt keine harzigen Hände oder Kleidung mehr vom Stangenmachen.“

Schnell erklärt im Film:


Dr. Anton Schmid ist Ingenieur und bekannt durch seine Fachbücher über das Bauen von Reviereinrichtungen und durch seine Mitarbeit bei den dlv-Jagdmedien.
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