15.12.2009

Drahtlos fangen

Die Fangjagd ist ein zusätzliches Hilfsmittel, den Raubwildbesatz in einem Niederwildrevier in den Griff zu bekommen. Um den Fangerfolg zu optimieren, wurde eine Kastenfalle mit elektronischen Finessen umgerüstet.

Lesen Sie dazu in der PIRSCH 24/2009 den kompletten Bericht über die Fangjagd im Revier.
Wenn das Revier an befriedete Bezirke angrenzt und die Anrainer wegen Reineke Fuchs im Garten, Waschbären und Mardern unterm Dach händeringend um Abhilfe suchen, kann nur die Fangjagd mit Lebendfallen eine Antwort sein. Meine nordhessische Heimat ist bekannt für die dortige hohe Waschbärenpopulation. Waschbären auf dem Ansitz oder auf der Pirsch zu erlegen, dürfte mehr ein Zufall sein. Wenn der Jäger noch etwas für sein Niederwild tun will, wird er um einen gezielten Einsatz von vernünftigen Fallen nicht herumkommen.

Die Problematik

Die ursprüngliche Kastenfalle aus reinem Massivholz (hoch liegende Wippe, außen liegendes Gestänge) ist aufgrund ihrer beträchtlichen Nachteile nicht mehr zeitgemäß. Sie wurde in der Vergangenheit weiterentwickelt und hat nun Spanndrähte sowie innen liegende Auslösemechanismen. Zudem wird sie mittlerweile aus Holzarten hergestellt, die weniger zum Aufquellen neigen. Die altbekannte, klassische Wippbrettkonstruktion hat den Nachteil, dass der Fallenboden und damit der Einlauf in die Falle immer etwas höher liegen muss und dadurch kein glatter Durchlauf geschaffen werden kann. Wenn die Wippe relativ fein eingestellt ist, muss außerdem mit Fehlauslösungen durch Mäuse gerechnet werden. Ein weiteres Problem liegt in der Verwendung von Spanndrähten. Damit sie das Raubwild nicht abschrecken, sollten sie möglichst dünn sein. Je dünner sie aber sind, desto mehr besteht die Gefahr, dass sie im Laufe der Zeit von Mäusen durchgenagt werden. Ich habe Drähte aus verschiedenen Materialien ausprobiert, einschließlich dünner Metalldrähte, aber selbst diese wurden irgendwann von den Nagern zerbissen. Beim eigentlichen Auslösemechanismus mit Spanndraht sollten wir auch bedenken, dass der Jäger bei Eiseskälte im Revier mit klammen Fingern kaum mehr in der Lage ist, die Falle fängisch zu stellen.
 
Zum besseren Verständnis und leichteren Bau der elektronischen Einheiten an der Winkler-Kastenfalle finden Sie die von H. Gustav Winkler gezeichnete Bauanleitung nachstehend. Fragen dazu bitte direkt per E-Mail an Hheguwi@aol.com.
 
Zeichnung: 1
 
Zeichnung: 2

Zeichnung: 3

Zeichnung: 4

Zeichnung: 5

 



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