08.10.2010
Wildschadensregulierung
im Sommer 2010
Wie in jedem Jahr steht in den Monaten Juli bis September die Wildschadensregulierung an. In dieser Zeit aktualisieren wir hier wöchentlich die Werte für die wichtigsten ackerbaulichen
Kulturen.


© Dirk Waltmann
Maisfeld mit Sauschaden (Foto: DW)
Maßgeblich ist dabei der Ertrag der im Schadensbereich erzielt worden wäre. Dieser kann je nach Lage im Schlag unter oder über dem Durchschnittsertrag der Fläche liegen. Daher sollen generelle Aussagen zum Ertragsniveau grundsätzlich nicht gemacht werden. Ein seriöser Schätzer kommt um die tatsächliche Ertragsermittlung nicht umhin. Die von verschiedenen Institutionen im Umlauf befindlichen Schätztabellen können an dieser Stelle nur bedingt weiter helfen, bzw. sind bei der Ertragseinschätzung vor Ort weitestgehend unbrauchbar. Die zweite Komponente bei der Schadensberechnung stellt der
Preis zum Erntetermin dar. Preise sollten beim örtlichen Handel abgefragt werden, bzw. können den regionalen Wochenblättern entnommen werden. Internetpreise können nur dann Verwendung finden, wenn sie regionsspezifisch ausgewiesen werden. Notierungen der Matif in Paris oder CEBOT sind dabei wenig hilfreich. Ebenfalls nur bedingt Verwendung können dabei die oben genannten Schätztabellen finden, da diese in der Regel noch die Preise vom Vorjahr enthalten.
Die Preise liegen aufgrund der Witterung in den vergangenen Wochen und Börsennotierungen zur Zeit circa 60 - 80 % über den vorjährigen Werten und haben sich seit zwei Wochen auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert. Das Ertragsniveau liegt hingegen in den meisten Gebieten Deutschlands um 10 - 20 % unter den Vorjahreswerten. Getreide welches circa ab dem 20.08.2010 geerntet wurde ist überwiegend nur noch als Futtergetreide verwendbar. Dies gilt auch beim Weizen. Bei vollständigem Auswuchs verbleibt teilweise nur noch eine Verwertung über eine Biogasanlage. Derartige Ware wird zur Zeit mit 8 - 10 €/dt gehandelt.
Um die Preissituation aktuell abzubilden, wird vom Unterzeichner in Zusammenarbeit mit der Pirsch Redaktion die nachstehende Tabelle in wöchentlich aktualisierter Form herausgegeben, sodass bis circa Anfang September die jeweils aktuellen Marktpreise (netto ohne MwSt.) Berücksichtigung finden. Im Norden und Westen Deutschlands liegen die Werte in der Regel am oberen Ende der Preisspanne.
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Orientierungswerte (Stand 08.10.2010) |
| Kulturart | Preise in €/dt | Ertragsstufen I bis V
in Cent/m²
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| I | II | III | IV | V |
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| Brotweizen* | 18 bis 20,- | 11 | 12 | 14 | 15 | 17 |
| Futterweizen | 14 bis 16,- | 8 | 9 | 10 | 12 | 13 |
| Gerste, Triticale | 14 bis 15,- | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Hafer | 12 bis 14,- | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| Raps | 32 bis 35,- | 9 | 10 | 12 | 14 | 15 |
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Körnermais
| 18 bis 20,-
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9
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11
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13
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15
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18
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| Silomais | 0,20 €/10 MJ NEL | 13 | 15 | 17 | 19 | 20 |
| Grünland | 0,20 €/10 MJ NEL | 4 | 6 | 8 | 10 | 12 |
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| *Qualitätsweizen > 13,5 % Protein zuzüglich 1 ct/qm |
Innerhalb des Tabellenrahmens dürften sich 90 bis 95 Prozent aller Schäden verrechnen lassen. Zu den Wertansätzen kommen bei pauschalierenden Landwirten noch 10,7 Prozent Umsatzsteuer hinzu, da diese Bestandteil des Schadens sind. Bei optierenden Landwirten entfällt die Mehrwertsteuer. Wichtig ist, dass dies im Schätzprotokoll vermerkt wird. In der Tabelle ist ein Ansatz für Stroh in Höhe von 1 bis 1,5 Cent/m² mit berücksichtigt. Bei den ausgewiesenen Preisen handelt es sich um Verkaufspreise für Marktfruchtbetriebe. Sollte nachweislich Getreide für innerbetriebliche Zwecke (Vieh, Futter) zugekauft werden, so sind die Einkaufspreise anzusetzen, die in der Regel 1 bis 1,5 Cent/m² höher liegen.
Kontakt:
Dr. Volker Wolfram
Gut Albshausen
34302 Guxhagen
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