30.12.2011

Die Schlüssel-
(schrank) -Frage

Wo und wie darf ein Schlüssel zum Waffenschrank aufbewahrt werden? In einem Informationspapier greift das Bayerische Landeskriminalamt dieses wichtige Thema auf.

Sperriges Teil. Doch ein
Verstecken in der Wohnung ist nicht rechtskonform.
Bundesweit beschäftigt seit Inkrafttreten des Waffengesetzes die Aufbewahrung von Waffen und Munition die zuständigen Behörden und natürlich die Waffenbesitzer. Fakt ist, dass seit der Novellierung im Jahr 2009 die Waffenbesitzer in der Pflicht sind, den Behörden die rechtskonforme Aufbewahrung nachzuweisen. Üblicherweise wurden sie dazu von Amts wegen angeschrieben, die notwendige Klassifizierung des Sicherheitsbehältnisses per Rechnung und/ oder Foto des Typschilds zu belegen. Aufgrund der Kompliziertheit und Vielschichtigkeit der Materie kam es immer wieder zu einer unheitlichen Auslegung der waffenrechtlichen Vorschriften. Klarheit für alle Beteiligte schafft nun die vom Landeskriminalamt des Freistaats Bayern (BLKA) herausgegebene 'Arbeitsgrundlage für kriminalpolizeiliche Fachberater' zur Aufbewahrung von Waffen und Munition (Gesetzliche Mindestanforderungen in Bayern und Empfehlungen des Bayerischen Landeskriminalamtes). Diese fasst in sechs Abschnitten - getrennt zunächst nach erlaubnisfreien Waffen und dann von erlaubnispflichtigen Waffen, hier dann nach der Aufbewahrung im privaten Bereich; in nicht dauernd bewohnten Gebäuden; im gewerblichen Bereich und im Sicherheits- und Bewachungsgewerbe; in Schützenhäusern und Schießstätten - in sehr übersichtlicher und kompakter Weise die Rechtsgrundlagen und vor allem die technischen Details sowie die Definitionen rund um die Waffen- und Munitionsaufbewahrung zusammen. Jedem, der sich mit dieser Materie intensiver auseinandersetzen möchte, kann diese Zusammenfassung des BLKA nur empfohlen werden. Sie kann als PDF (siehe Hinweis auf Verlinkung unten) heruntergeladen werden.

Gleicher Sicherheitsstandard

Auf die einzelnen Abschnitte des Papiers soll hier nicht eingegangen werden. Ein Aspekt, der von besonderer Wichtigkeit ist, dürfte jedoch eine Vielzahl von Waffenbesitzern betreffen. Und zwar die Aufbewahrung des Schlüssels zu einem den jeweiligen Sicherheitsanforderungen konformen Waffenschrank.
Bei Waffenschränken sind zwei Verschlusstypen Standard - das Zahlenkombinationsschloss (elektronisch oder mechanisch) sowie das Schlüsselschloss. Bei Letzterem stellt sich die Frage nach der sicheren Aufbewahrung des (oft sperrigen) Schlüssels, denn unbefugte Dritte dürfen ja keinen Zugriff auf den Waffenschrank haben.
 
Dazu heißt es in dem Papier:
Schlüsselsicherheit/ Schlüsselaufbewahrung
Bezüglich der sicheren Aufbewahrung der Schlüssel von Sicherheitsbehältnissen finden sich im Waffengesetz bislang keine Regelungen. Nach § 36 Abs. 1, Satz 1 WaffG hat jeder, der Waffen oder Munition besitzt, Vorkehrungen zu treffen um zu verhindern, dass diese abhanden kommen oder dass Dritte die Gegenstände unbefugt an sich nehmen. Da die sichere Aufbewahrung von Schlüsseln nach polizeilichen Erfahrungen oft nicht gewährleistet ist, sollte bei Beratungen auf die Möglichkeit des Einsatzes von mnemonischen (Anmerk. d. Red.: Gedächtniscode, d.h. Zahlenkombinationsschloss) bzw. biometrischen Verschlusssystemen hingewiesen werden.

Anmerkung zur Schlüsselaufbewahrung:
Wird der Schlüssel eines Wertbehältnisses in einem - weiteren, geringwertigeren - Behältnis aufbewahrt, so kann das Wertbehältnis nur als so sicher oder gleichgestellt eingestuft werden wie das Schlüsselaufbewahrungsbehältnis. Das höherwertige Wertbehältnis zur Waffenaufbewahrung wird somit abgewertet. Ist erst einmal das Schlüsselaufbewahrungsbehältnis aufgebrochen, dann ist auch das höherwertige Wertbehältnis geöffnet!

Der Schlüsselsafe sollte auf jeden Fall mit einem Zahlenkombinationsschloss ausgestattet sein.
Empfehlung zur Schlüsselaufbewahrung:
Gleicher Sicherheitsstandard von Wertbehältnis und Schlüsselaufbewahrungsbehältnis oder mnemonische bzw. biometrische Verschlusssysteme beim Waffenaufbewahrungsbehältnis.'
In der Konsequenz bedeutet dies - sofern der Waffenschrank nur ein Schlüsselschloss hat -, dass auch der Schlüssel in einem Tresor aufbewahrt werden müsste. Und zwar in einem Tresor, der seinerseits denselben Widerstandsgrad haben muss, wie der Waffenschrank, zu dem der deponierte Schlüssel gehört (also bis zu zehn Langwaffen ein A-Schrank; für mehr Langwaffen oder bis zu 5 Kurzwaffen ein B-Schrank usw.) und der idealerweise mit einem Zahlenkombinationsschloss oder einem biometrischen Verschlusssystem ausgerüstet ist. Denn sonst würde sich das 'Spiel' mit der Schlüsselaufbewahrung ja fortsetzen. Ein wie auch immer gestaltetes Verstecken oder anderweitiges Wegschließen genügt jedenfalls nicht den gesetzlichen Anforderungen. Denn erlangen unbefugte Dritte Zugriff auf den Schlüsssel und damit auf den Waffenschrank wurde den Aufbewahrungsvorschriften nicht entsprochen und damit steht unter dem Stichwort 'grob fahrlässig' in der Konsequenz die Zuverlässigkeit auf dem Spiel.

Fazit

 Bei einem Neukauf eines Waffenschranks sollte ein Zahlenkombinationsschloss Standard sein. Und auch wenn dies jetzt den Unmut derjenigen hervorruft, die sich erst kürzlich einen Waffenschrank mit Schlüsselschloss angeschafft haben - um einen entsprechenden Schlüsselaufbewahrungstresor mit Zahlenkombinationsschloss wird man auf Dauer nicht herumkommen. Wobei auch dieser fachgerecht aufgestellt werden muss - selbst dazu gibt das BLKA-Papier die entsprechenden Hinweise.
Welche Folgen könnte nun diese BLKA-Empfehlungen aktuell in der Praxis haben? Im Falle der ja rechtlich zulässigen Aufbewahrungs-Nachschau könnten beispielsweise die Behördenmitarbeiter bei einer Kontrolle vor Ort (wenn nicht der Waffenschrank selbst ein Zahlenschloss aufweist) auch nach dem Aufbewahrungsort der Schlüssel zum Waffenschrank fragen. Zunächst wäre eine Antwort 'Immer am Mann/ an der Frau' nicht die Verkehrteste. Ganz schlecht wäre: 'Gut versteckt'. Jost Doerenkamp
 



KOMMENTAR VERSENDEN ARCHIVIEREN DRUCKEN _______________________________________

Kommentare

Sie können diesen Artikel kommentieren und mit jagderleben.de-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Zum Kommentieren bitte anmelden.

Kommentare

05. Januar 2012 um 10:43 Uhr | von pfalzjaeger

Schlüsselaufbewahrung

Was passiert wenn der Besitzer eines Waffenschrankes mit Gedächtniscode, d.h. Zahlenkombinationsschloss) bzw. biometrischen Verschlusssystemen verstirbt? Muss dann der Safeknacker kommen damit die Erben an den Inhalt kommen?




Anzeige
IHR JAGDERLEBEN
Sie können diese Seite ganz einfach an Ihre Bedürfnisse anpassen. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, brauchen Sie sich nur zu registrieren.
 
 
BILDERSERIEN

Impressionen vom 17. 'uJ-Schießen' 2012

Bei der Mauser-Disziplin galt es, auf 200 Meter die Gams zu treffen. Sowohl die gestellten Mauser-M03-Extreme, als auch die RWS-Munition lieen bezglich der Przision keine Wnsche offen. Foto: MC Vorbildlich: Mauser-Chef Thorsten Mann war den ganzen Tag an der 200-Meter-Bahn und fungierte als Ansprechpartner und Helfer. Foto: MC Sitzend aufgelegt: Przision und ruhiges Abziehen waren gefordert. Wer das zusammenbrachte traf auch auf 200 Meter in die Zehn. Foto: MC Angestrichen, galt es die uJ-Bockscheibe auf 100 Meter zu perforieren. Foto: MC Mit Schablone wurden die Treffer bei der uJ-Bockscheibe aufgenommen. Foto: MC Stets aufmerksam und hilfsbereit waren die Aufsichten. Insgesamt waren ber 20 Helfer im Einsatz - vielen Dank! Foto: MC Laufender Keiler - Klassiker beim uJ-Schieen. Foto: MC Die Anzeige beim laufenden Keiler verriet ganz genau, wer noch mehr ben sollte. Foto: MC Die Mndung schlgt hoch, die Hlse fliegt. Bei der 50-Meter-Disziplin mit Flintenlaufgeschoss (FLG) kamen auch erfahrene Jger an ihre Grenzen. Foto: MC Auch mit guten Willen lagen bei der FLG-Disziplin manche Treffer einfach nicht in den Punkten. Foto: MC Ruhe: Dieser Hepp und schon startet die Taube. Foto: MC Rauchend verlassen die Zinkschrote den Lauf und jagen der Tontaube hinterher. Foto: MC So soll es sein: Splitterregen am Himmel oder auch Treffer versenkt.  Foto: MC Gut gelaunt spaziert diese Rotte zur nchsten Disziplin. Foto: MC Die Hlse fliegt, der Keiler kommt, schnelles Repetieren: Drei Schuss mussten dem annehmenden Keiler angetragen werden. Foto: MC Beim annehmenden Keiler trafen viele Schtzen ins Leben. Foto: MC Stumme Gste: Diese beiden Wachtel blieben ruhig, trotz der vielen lockenden Schussgerusche. Foto: MC Am Stand von Mauser lie es sich prima fachsimpeln, und jeder konnte sich ber die neuesten Produkte informieren. Foto: MC Das Schieen aus der Bewegung bei der Flinten-Disziplin Durchgehschtze verlangte den Teilnehmern alles ab. Im Bild Hans-Jrg Faden, der alle zehn Tauben abrumte. Foto: MC Gut gelaunt schauten diese Teilnehmer den Mitstreitern zu. Foto: MC Jagderleben-TV filmte den ganzen Tag beim 17. unsere Jagd-Schieen. Foto: MC Fleiige Biene: Susanne Hammer kontrollierte alle Laufzettel. Foto: MC Konzentriert: Renate Effenberger hatte die Auswertung im Griff. Dafr ein herzliches Dankeschn. Foto: MC Neugier: Sobald die vielen Preise ausgelegt waren, inspizierten die Teilnehmer die Tische. Foto: MC Beste Schtzin: Nadine Weers (Mitte) aus Schleswig-Holstein war beste Schtzinn und gewann ein Jagdwochende im Landesforst Brandenburg. Es gratulierten Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann (l.) und Michael Cosack. Foto: Georg Baumann Siegerlcheln: Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann, Cord Beckmann (2. Platz), Markus Tger (1. Platz), Fabio Knust (3. Platz) und Chefredakteur Michael Cosack (v. l.). Beckmann whlte als Preis die Gamsjagd (Adler Tours), Sieger Tger einen Damwildabschuss (Landesforsbetrieb Brandenburg) und Knust das Minox-Zielfernrohr. Die Redaktion gratuliert ganz herzlich und wnscht Weidmannsheil! Foto: Georg Baumann Beste Mannschaft: Diese drei Nordlichter gewannen die Mannschaftswertung. Hans-Jrg Faden, Hans-Heinrich Mordhorst und Andreas Jordt (v.l.) freuten sich ber ihre bungsmunition von Lapua. Da hatten auch Michael Cosack und Hans-Jrgen Beckmann (r.) gut lachen. Foto: MC Bjrn Behrends war der beste Schtze auf der 200-Meter-Bahn (Gamsscheibe). Er erhielt als Sonderpreis von Thorsten Mann (l.) ein Mauser-Messer . Da hatte auch Michael Cosack (r.) seinen Spa dran. Foto: Georg Baumann Hauptpreis: Henning Thiele (Mitte) aus Helmstedt gewann die Mauser M03 mit Zeiss Duralyt Zielfernrohr im Wert von 3695 Euro. Es freuten sich mit ihm: Thorsten Mann Geschftsfhrer Mauser (l.) und Michael Cosack (Chefredakteur unsere Jagd). Foto: Georg Baumann

Mauser und mehr

98er: Vom Mauser-Norris bis zum Gewehr 98. Foto: SYS Oberndorfer Steinschloss-Jagdwaffen. Foto: SYS Am Ende des I. Weltkriegs produzierte Mauser 13-mm-Anti-Tank-Bchsen. Foto: SYS Oberndorfer Oberndorf/N.: Klosterkirche - 1938 bis 1945 Mauser-Museum. Foto: SYS Augustinerkloster Oberndorf/N.: Ab 1811 Kniglich Wrttembergische Waffenfabrik. Foto: SYS Gewehr M71/84 als Pirschbchse. Foto: SYS Drei Jagdrepetierer, 1912 bis 1914: Mauser-Modell B. Foto: SYS Mauser-Taschenpistole 1914. Foto: SYS Mauser-Modellvielfalt schon damals: Fr Jger und Sportschtzen. Foto: SYS Mauser: Militrische Exportmodelle vor 1945. Foto: SYS Klosterkirche (skularisiert): Infotafeln erinnern ans Mauser-Museum. Foto: SYS Gemlde (oben) Gewehrfabrik im Kloster und Steinschlossgewehre aus Oberndorf. Foto: SYS Ehrenamtlicher Museumsfhrer: Bchsenmachermeister i.R. Georg Egeler. Foto: SYS Schautafel: Mauser-Entwicklungsschritte.  Foto: SYS Zum Dr. Ing. ernannt: Paul Mauser. Foto: SYS Grnder ihres Waffenimperiums: Wilhelm Mauser und Paul v. Mauser. Foto: SYS

Weltmeisterschaft der Präparatoren

Afrika pur: Alter Kaffernbffel mit Madenhacker. Foto: Bettina Diercks 
Heimisch: Neben zahlreichen Exoten wurden auch Rehbcke und Schwarzwild ausgestellt. Foto: Bettina Diercks Diebischer Rotrock: Reineke hat sich einen Fasanenhenne gegriffen. Foto: Bettina Diercks Jury im Einsatz: Beim Bewerten wurde ganz genau hingesehen und jeder noch so kleine Fehler notiert. Foto: Bettina Diercks Besser gehts nicht: Robert Stein aus Berlin wurde mit seinem Kea nicht nur Weltmeister, sondern erhielt auch die Auszeichnung Best of Show. Foto: Bettina Diercks Dynamisch: Fr den Rehbock gibt es kein Entkommen. Foto: Bettina Diercks Klein und zerbrechlich: Mit diesem Nasenbr gewann Jan Panninger den Weltmeistertitel in der Kategorie Kleine Sugetiere. Foto: Bettina Diercks Steppenpavian: Mit ihm gewann der Ungar Laszlo Bago den Weltmeistertitel (Kleine-mittlere Kopfschultermontagen). Foto: Bettina Diercks Echter Hingucker: Schleiereule auf dem Dachboden einer Scheune. Foto: Bettina Diercks Weltmeisterlich: Die Spitzmauskarawane von Christian Blumenstein. Foto: Bettina Diercks Blick in die Salzburgarena: Hier trafen sich Spitzmaus, Falke und Gorilla. Foto: Bettina Diercks Auge in Auge: kritisch beugen Fruchttaube und Haselhahn die Bewertungsbgen. Foto: Bettina Diercks Gut getroffen: Isegrim greift einen Moschusochsen an. Foto: Bettina Diercks