22.01.2016 | Nach Fallwild-Entsorgung

Prozess um Jagdschein

Der Vorfall sorgte landesweit für Aufsehen. Ein Jäger hatte einen Rehkadaver hinter seinem Auto hergezogen. Dafür sollte er nie wieder jagen dürfen. Gestern entschied ein Gericht darüber...

Der Auslöser: Dieses Bild wurde einer Lokalzeitung zugesandt.
Ende Mai 2014 fotografierte ein Autofahrer im Landkreis Vorpommern-Greifswald die nicht gerade herkömmliche Art des Fallwild-Transports. Nicht nur die Lokalmedien zeigten sich darüber empört, auch der Landesjagdverband übte harte Kritik an seinem Mitglied. Mehrheitlich wurde gefordert, dass dem heute 74-Jährigen für immer der Jagdschein entzogen werden soll. Gegenüber jagderleben hatte der Mann angegeben, dass es ihm aufgrund des Verkehrs und der Gefahrenlage nicht anders möglich gewesen war, den von Maden durchsetzten Kadaver sicher zu bergen. Die untere Jagdbehörde wollte ihm dafür den Jagdschein entziehen. Dagegen wehrte sich der Beschuldigte gestern (21. Januar) vor dem Verwaltungsgericht Greifswald. Das Ergebnis: Für 500 Euro und eine öffentliche Entschuldigung darf er weiterhin zur Jagd gehen. Alle Parteien stimmten dem Vergleich zu. Das Geld kommt laut 'Nordkurier' dem Landesjagdverband in Form einer Spende zugute. Für den Richter lag ein Verstoß gegen ethisch korrektes Handeln vor, jedoch sei es eine 'einmalige Entgleisung' gewesen.
BS
 



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22. Januar 2016 um 18:14 Uhr | von nemerow

Jagdscheinentzug

das Verhalten diese Jägers ist natürlch nicht in Ordnung und moralisch und jagdtraditionell absolut abzulehnen, A B E R : ist es wirklich seine Aufgabe KADAVER aus dem Sraßenverkehr zu beseitigen... !?! mehr möchte ich dazu eigentlich nicht hinzusetzen. nur >> Die 'Arbeit ' machen fast a l l e Jäger freiwillig und entschädigungslos. nebenbei : hat schon mal jemand errechnet, wie viel (emense) Kosten dem Staat bzw. den Gemeinden dadurch erspart bleiben..... !??! und wie viel STUNDEN die Jäger ständig dafür a u f b r i n g e n !? Man beachte die Zahl der Wildunfälle in ganz Deutschland.....


24. Januar 2016 um 15:55 Uhr | von uschauff

Trotzdem nicht in Ordnung

Die Argumentation mit dem nicht anders zu transportierenden und bereits von Maden befallenen Rehwildkadaver kann man so nicht gelten lassen. Es gibt Anhänger, Hecktransportkörbe, Wildwannen oder auch Plastetüten. Und wenn man nichts davon dabei hat, dann holt man es eben und fährt nochmals hin. Solange kann das Stück dann sicher auch noch liegenbleiben. Aber so, wie in dem Bericht beschrieben, kann und darf man als Jäger keine Kreatur transportieren, auch wenn es 'nur' Fallwild und bereits von Maden befallen ist, und dazu noch bei hellem Tag in aller Öffentlichkeit - selbst in Vorpommern auf dem Land geht so etwas nicht. Jeder Unbeteiligte und erst recht Nicht-Jäger, der so etwas sieht und die Hintergründe nicht kennt, wird ein solches Verhalten nicht verstehen und spätestens ab diesem Zeitpunkt zumindest nicht mehr positiv Jagd und Jäger gegenüber stehen. Auch ein totes Stück Wild ist mit Anstand und Würde zu behandeln - dies hat es verdient und so sollten wir Jäger es doch eigentlich gelernt haben und verinnerlicht haben. Für mein Verständnis ist die Strafe deshalb viel zu gering ausgefallen. Wer mit 74 Jahren immer noch nicht verstanden hat, wie man sich als Jäger zu verhalten hat, der sollte den Jagdschein besser abgeben.


25. Januar 2016 um 17:32 Uhr | von uschauff

Q nemerow

Hallo 'nemerow', das ist alles richtig, was Sie schreiben und als Jäger und geprüfter Jagdaufseher, der diese Aufgabe auch freiwillig übernimmt, sehe ich das ganz genauso. Die Beseitigung von Fallwild, wenn wir Jäger sie schon im Interesse der Öffentlichkeit -freiwillig- übernehmen, bringt nun einmal auch die zeit- und mitunter kostenaufwendige Entsorgung von nicht mehr unbedingt appetitlich aussehenden Kadavern zwangsläufig mit sich. Doch wir Jäger sollten und können diese alles andere als angenehme Aufgabe so erledigen, daß dies positiv und anerkennend von der unbeteiligten Öffentlichkeit registriert wird. Wenn Nicht-Jäger und meinetwegen auch Jagdgegner sehen, daß wir selbst mit solchen Kadavern anständig umgehen, wird dies wengistens zu einem kleinen Teil zur Verbesserung des Ansehens von Jagd und Jägern beitragen. Wir können es uns einfach nicht mehr erlauben, negativ in der Öffentlichkeit aufzufallen - und wir müssen es aufgrund unseres gesetzlich legitimierten Tuns und unserer Fachkompetenz doch auch gar nicht.




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