03.12.2008
Unfallort Bau
Bald beginnt für mich und meine Parson Russell Terrier wieder die Baujagd. Was ist denn aus tierärztlicher Sicht im Hinblick auf das Thema 'Sofortmaßnahmen am Unfallort Bau' für den Bauhund empfehlenswert?
Um diesem doch recht komplexen Thema eine Struktur zu geben, würde ich gerne die beiden häufigsten Verletzungskomplexe der Bauhunde, nämlich einerseits die Verschmutzungen im Bereich der Augen und andererseits offene Verletzungen durch direkten Kontakt mit dem Raubwild, den hilfreichen Tipps jeweils voranstellen.
Augenpflege
Zu den häufigsten Problemen bei der Baujagd gehören sicher die Sandverschmutzungen im Bereich der Augen des Hundes. Achten Sie dabei unbedingt darauf, die Augen korrekt und sorgfältig zu säubern. Bei fehlerhaftem Auswischen der Augen mit einem Tuch ist es möglich, dass durch unvorsichtiges Vorgehen zum Beispiel mit einem trockenen Papiertaschentuch oder einem Stofftuch eine Verletzung der Hornhaut herbeigeführt wird. Bei jeder Verschmutzung der Augen ist, um eben eine solche Verletzung zu vermeiden, eine ausgiebige Spülung der Augen mit einer Augenspüllösung zu empfehlen, die im 'Erste Hilfe Set' eines jeden Bauhundeführers enthalten sein sollte.
Sicher höre ich immer wieder den Satz: 'Mein Hund lässt es sich nicht gefallen, dass ich in beide Augen eine Flüssigkeit gieße'. Aber gerade ein Bauhundführer ist auf einer Jagd niemals allein, insofern sollte man bereits im Junghundalter das Tier daran gewöhnen, dass er sich im Notfall durch helfende Hände von Mitjägern anfassen und versorgen lässt. Der Helfer hat bei der Augenspülung nur die Aufgabe, den Hund so weit zu fixieren, dass der Hundeführer in der Lage ist, seinem Hund mit der einen Hand die Augenlider leicht zu spreizen, um dann von oben mit der anderen Hand die Augen mit einem weichen Strahl ausspülen zu können. Eventuell kann man die Augenlider selbst mit einem nassen Tuch in Richtung der Nase auswischen, um den letzten Schmutz so entfernen zu können. Vermeiden Sie dabei jedoch nach Möglichkeit eine Berührung der Hornhaut. Sollte es jedoch durch den Einsatz im Bau bereits zu einer Hornhautverletzung gekommen sein, muss der unverzügliche Besuch bei einem Tierarzt erfolgen.
Sicher höre ich immer wieder den Satz: 'Mein Hund lässt es sich nicht gefallen, dass ich in beide Augen eine Flüssigkeit gieße'. Aber gerade ein Bauhundführer ist auf einer Jagd niemals allein, insofern sollte man bereits im Junghundalter das Tier daran gewöhnen, dass er sich im Notfall durch helfende Hände von Mitjägern anfassen und versorgen lässt. Der Helfer hat bei der Augenspülung nur die Aufgabe, den Hund so weit zu fixieren, dass der Hundeführer in der Lage ist, seinem Hund mit der einen Hand die Augenlider leicht zu spreizen, um dann von oben mit der anderen Hand die Augen mit einem weichen Strahl ausspülen zu können. Eventuell kann man die Augenlider selbst mit einem nassen Tuch in Richtung der Nase auswischen, um den letzten Schmutz so entfernen zu können. Vermeiden Sie dabei jedoch nach Möglichkeit eine Berührung der Hornhaut. Sollte es jedoch durch den Einsatz im Bau bereits zu einer Hornhautverletzung gekommen sein, muss der unverzügliche Besuch bei einem Tierarzt erfolgen.
Kampfspuren
So begeistert alle bei der Sache sind, die Baujagd ist kein Spaziergang und man sollte auf Verletzungen der Hunde vorbereitet sein.
(Foto: J. Fischer)
Leider sind jedoch Sandverschmutzungen meist nur das geringere Problem bei einem verletzten Bauhund. Häufig kommt es unter der Erde zu harten Kämpfen zwischen dem Hund und dem Raubwild. Die Folgen davon gehen von eher unproblematisch zu behandelnden Einbissen bis zu fast vollständigen Abtrennungen des Nasenschwammes, Herausreißen von Zähnen und/oder Kieferteilen mit oder ohne Eröffnungen der Nasenhöhle. Hier ist nun meist eine tierärztliche Behandlung unumgänglich. Jegliche Bissverletzungen, ob durch einen Fuchs oder einen Dachs, auch wenn sie direkt nach dem Biss unter Umständen noch recht harmlos aussehen, sind immer stark mit Bakterien aus der Maulhöhle des Angreifers und aus der Umgebung infiziert. Bereits wenige Stunden nach dem Einbiss kommt es daher zu einer massenhaften Vermehrung der eingedrungenen Bakterien und infolgedessen zu einer anschließenden Schwellung im Bindegewebe und hoch schmerzhaften Prozessen. Diese Bakterienbesiedelung ist häufig auch trotz sehr gründlicher Desinfektion vor Ort nicht vollständig zu verhindern. Trotzdem sollten Sie bereits vor Ort versuchen, die Wunde unter Zuhilfenahme reichlich polyvidonjodhaltiger Flüssigkeiten wie etwa Braunovidon oder Betaisodona-Lösung zu reinigen. Insbesondere das reichliche und gründliche Spülen kann Grundlage dafür sein, dass die Wunde danach problemfrei abheilt.
Infektionsgefahr
Vermeiden Sie dagegen, die Wunde auszuwischen oder mit Wundsalben zuzuschmieren, um zu verhindern, dass Bakterien dadurch eingeschlossen werden und stärker in die vielleicht bislang noch nicht beteiligten Wundgebiete eindringen können.
Ein Verschluss einer Bisswunde ist in keinem Fall zu empfehlen, da ohne anschließende antibiotische Wundbehandlung eine meist heftige Wundheilungsstörung nicht zu vermeiden ist. Die häufig auch von Hundeführern eingesetzten Hautklammerapparate dienen insofern vor allem einem ersten Wundverschluss, der aber durch einen Tierarzt unbedingt weiterbehandelt werden sollte.
Auch alle massiveren Bissverletzungen mit zum Teil heftigen Substanzverlusten des Gewebes müssen dringend einer tierärztlichen Behandlung zugeführt werden. Ob es der ganze Nasenschwamm oder ein abgerissener Kieferteil ist - alle Wunden sind vor Ort erst mal durch gründliches Spülen auch hier wieder mit einer polyvidonjodhaltigen Flüssigkeit zu reinigen. Eine eventuelle Blutung wird dann im Anschluss an die erste Desinfektion mit einem Tupfer gestillt, der zuvor mit Spülflüssigkeit getränkt und dann auf die blutende Stelle gedrückt wird. Auch hier sind Salben als Erstbehandlung eher abzulehnen. Salben jeglicher Art müssen im Fall einer beim Tierarzt im Anschluss an die Erstbehandlung durchgeführten Naht wieder vollständig abgewaschen werden. Bei größeren Verletzungen ist als Erstversorgung für den Weg zum Tierarzt eine Abdeckung der Wunde zu empfehlen, um ein erneutes Eindringen von Keimen zu vermeiden.
Für den Fall, dass ein Zahn beinahe vollständig oder gar ganz aus seinem Zahnfach herausgetrennt wurde, muss dieser unbedingt in der Maulhöhle bleiben oder unbedingt in einem mit Milch gefüllten Behältnis mit zum Tierarzt genommen werden. Der Tierarzt ist dann in der Lage, den Zahn wieder in sein Zahnfach einzusetzen und so zum Erhalt des vollständigen Gebisses beizutragen.
Ein Verschluss einer Bisswunde ist in keinem Fall zu empfehlen, da ohne anschließende antibiotische Wundbehandlung eine meist heftige Wundheilungsstörung nicht zu vermeiden ist. Die häufig auch von Hundeführern eingesetzten Hautklammerapparate dienen insofern vor allem einem ersten Wundverschluss, der aber durch einen Tierarzt unbedingt weiterbehandelt werden sollte.
Auch alle massiveren Bissverletzungen mit zum Teil heftigen Substanzverlusten des Gewebes müssen dringend einer tierärztlichen Behandlung zugeführt werden. Ob es der ganze Nasenschwamm oder ein abgerissener Kieferteil ist - alle Wunden sind vor Ort erst mal durch gründliches Spülen auch hier wieder mit einer polyvidonjodhaltigen Flüssigkeit zu reinigen. Eine eventuelle Blutung wird dann im Anschluss an die erste Desinfektion mit einem Tupfer gestillt, der zuvor mit Spülflüssigkeit getränkt und dann auf die blutende Stelle gedrückt wird. Auch hier sind Salben als Erstbehandlung eher abzulehnen. Salben jeglicher Art müssen im Fall einer beim Tierarzt im Anschluss an die Erstbehandlung durchgeführten Naht wieder vollständig abgewaschen werden. Bei größeren Verletzungen ist als Erstversorgung für den Weg zum Tierarzt eine Abdeckung der Wunde zu empfehlen, um ein erneutes Eindringen von Keimen zu vermeiden.
Für den Fall, dass ein Zahn beinahe vollständig oder gar ganz aus seinem Zahnfach herausgetrennt wurde, muss dieser unbedingt in der Maulhöhle bleiben oder unbedingt in einem mit Milch gefüllten Behältnis mit zum Tierarzt genommen werden. Der Tierarzt ist dann in der Lage, den Zahn wieder in sein Zahnfach einzusetzen und so zum Erhalt des vollständigen Gebisses beizutragen.
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