15.10.2008

Der Hirsch soll wieder melden

Frischer Wind weht im Oberpfälzer Hirschwald: Die jüngste Naturpark-Gründung in Deutschland sorgt für neue Konzepte zwischen den bewährten Protagonisten Forst, Jagd und Tourismus.

Rufender Hirsch: In den ­grünen Hallen des ­Hirschwalds hofft man ­derzeit vergebens auf ­erschallende Klänge brunftiger Hirsche.
(Foto: E. Marek)
Der Hirschwald, gelegen in der mittleren Oberpfalz, ist ein Terrain, das schon seit Urzeiten vom Menschen besiedelt und bejagt wird. Das be­legen Funde, die aus der ­Altsteinzeit stammen, wie Reste vom Wildpferd, Edelhirsch, Fuchs, Hase und Feuerstellen. Gleichfalls wurde der Hirschwald schon als kurfürstliches Jagdgebiet von Friedrich II. (1544 - 56) bejagt. Auch heute wird dem Rotwild dort immer noch nachgestellt. Der Hirschwald gilt daher nicht umsonst als eines der traditionsreichsten Jagdgebiete in Deutschland.

Künftige ­Herausforderung

Im engeren Sinne umfasst der Hirschwald zirka 7000 Hektar Forst: Rund 4500 Hektar sind Staatsforst, der Rest Privatwaldflächen. Noch in den 1970er Jahren hatte der Hirschwald einen sehr reichen Rotwildbestand - mit der Folge erheblicher Schälschäden an der Fichte. Daher wurden die Bestände des Rotwildes stark reduziert. Heute schätzt man den Bestand auf ungefähr 50 Stück, so Thomas Verron vom Bayerischen Staats­forsten AöR Forstbetrieb Burglengenfeld.
Neben der traditionellen Bejagung des Hirschwaldes und seiner forstlichen Nutzung besteht seit dem 21. Dezember 2006 der Naturpark Hirschwald. Als Kleinod in der Oberpfälzer Landschaft, mit seinen rund 27 000 Hek­tar und als ehemals kurfürstliches Jagdgebiet, wurde er auf Wunsch der dortigen Kommunen mit Unterstützung der Regierung Ober­pfalz und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz gegründet. Acht Gemeinden und der Landkreis Amberg-Sulzbach bilden mit ihren Teilflächen den Naturpark. Trägerverein ist der Naturparkverein Hirschwald e.V. mit seinem Vorsitzenden Stefan Braun, Bürgermeister von Markt Kastl. Der Hirschwald ist der 17. Naturpark in Bayern und der jüngste von insgesamt 96 deutschlandweit.
Das Ziel eines Naturparks ist - gemäß Bundesnaturschutzgesetz - insbesondere ein nachhaltiger Tourismus und eine nachhaltige Landnutzung. Auf den ersten Blick scheint es ein gewisses Konfliktpotenzial zu geben: Forst, Rotwildjagd und Tourismus? Lässt sich das überhaupt lösen? Der Forst zielt in erster Linie auf einen an die Biokapazität seines Waldes angepassten Wildbestand mit der Vorgabe 'Wald vor Wild'. Tourismus sorgt automatisch für mehr Verkehr, mehr Beunruhigung. Trotzdem sollen zugleich Touristen in Zukunft die Möglichkeit haben, Rotwild in freier Wildbahn zu beobachten. Der Naturpark wirbt mit dem König der Wälder, und er soll auch weiterhin die Landschaft der Region bereichern. Doch um vernünftig Rotwild zu bejagen, benötigt das Jagdgebiet Ruhe. Es liegt also in der Natur der Sache, dass die verschiedenen Inte­ressen miteinander kollidieren könnten. Doch genauso bietet sich die Möglichkeit, mit einem musterhaften ­Beispiel die Herausforderungen zu lösen.

Der Beitrag der Jägerschaft

Manfred Lubrich ist Revierpächter im Hirschwald, zugleich ist er Beauftragter des Landesjagdverbands Bayern (BJV) im Regierungsbezirk Oberpfalz für den Naturpark Hirschwald. Die Jagd auf das Rotwild im Hirschwald mit ihrer tiefen kulturellen Verwurzlung zu erhalten, ist sein Begehren. Unterstützung findet er bei Dr. Günther Baumer, Vorsitzender des BJV im Regierungsbezirk Oberpfalz und Vizepräsident des BJV. Im engeren Sinne geht es beiden um die Bestandserhaltung sowie Verbesserung des Lebensraums und der Bestandsstrukturen des Rotwilds. 'Der Hirsch soll in der Brunft wieder melden', lautet die hoffnungsvolle Devise. Allemal geht es Manfred Lubrich und Dr. Günther Baumer um die positive Zusammenarbeit mit den Kommunen des Naturparks, dem Forst und auch der Jägerschaft vor Ort. Die Parteien reden miteinander. Denn 'ein Hirschwald ohne Hirsch ist kein Hirschwald', so der 1. Vorsitzende des Naturpark-Trägervereins, Stefan Braun. Manfred Lubrich stellte der PIRSCH seine Ideen vor, indem er Einblick in sein Revier (720 ha), das im Herzen des Hirschwaldes liegt, gewährte. Er bewirtschaftet es seit 18 Jahren. Seine Ideen, die er als Anregungen begreift, sollen neue Ansätze für die Entspannung und Verbesserung der Situation bieten, damit das Rotwild in bejagbaren Beständen erhalten bleibt. Was der Jäger vor Ort tun kann, zeigen Manfred Lubrichs Aktivitäten im Revier. Zu Beginn seiner Pachtzeit legte er einen kleinen Bio­topverbund von 13 Weihern an. Auch hat er damals 60 Obstbäume, die alle bei Wildwiesen oder Wildäckern stehen, gepflanzt. Denn ein gut strukturiertes Revier sorgt schon mal für das Nötigste. An den Jagdeinrichtungen hängen sogar Nistkästen für Fledermäuse, und die meisten Reviereinrichtungen sind sehr dezent in die Landschaft eingepasst.
Um das Rotwild aber wieder besser in seinem Bestand zu hegen, empfiehlt er:
  • Generell einen körperlichen Nachweis für die Abschüsse.
  • Keine Nachtjagd auf das Rotwild.
  • Ein Wegegebot vom 1. November bis zum 31. März und ein generelles Gebot, Hunde an der Leine zu führen.
  • Speziell für das Rotwild eingerichtete Ruhezonen.
  • Ein strukturiertes Geschlechterverhältnis von 1:1.
  • Keine Hochsitze in den Einständen.
  • Gemähte Freiflächen, um frische Äsung anzubieten.
Manfred Lubrich ist sich bewusst, dass letztlich nur der Forst im Rahmen seiner Aufgaben die Grundlage für die Erhaltung eines gesunden Rotwildbestands schaffen kann. Die Gemeinden wiederum sorgen mit einer gezielten Kanalisierung der Besucherströme für die nötige Ruhe des Wildes. Die Jägerschaft muss sich in diesem Sinne ebenfalls um ihre Aufgaben kümmern: Den Wildbestand diszipliniert regulieren und zusätzliche Äsungsangebote einbringen. Ein harmonisches Zusammenspiel ist hier gefragt, damit langfristig und nachhaltig ein gesundes Ökosystem für 'Wald und Wild', für die Bevölkerung wie für den nachhaltigen Tourismus gewährleistet werden kann. Ein Rotwild-Symposion ist das nächste Ziel, an dem ­alle Interessengruppen teilnehmen, um weitere Integra­tionsarbeit in diese Richtung zu leisten.

Die Wiederansiedlung des Auerwildes

Die schwarze dicke Linie zeigt auf der Karte den Naturpark Hirschwald in seinem gesamten Gebiet.
(Foto: Staatsanzeiger)
Darüber hinaus besteht seitens Mannfred Lubrichs und der BJV-Bezirksgruppe noch ein besonderes Vorhaben, für das man speziell die Gemeinden und den Forst gewinnen möchte. Das ehemals heimi­sche Auerwild soll versuchsweise angesiedelt werden. Als Zukunftsmusik erklingt die Melodie 'Auerwild ist Standwild!' Das wäre eine Attraktion für den Naturpark. Es wäre eine Sensation für den Artenschutz.
Um das umzusetzen, ist zunächst eine Auerwildvoliere geplant. Diese soll, kombiniert mit einem zusätzlichen Rotwildgatter und einer dazugehörigen Schaukanzel, beim bereits vorhandenen Schwarzwildgatter eingerichtet werden (in unmittelbarer Nähe liegt die Wirtschaft 'Waldhaus'). In der Voliere möchte man jährlich ein bis zwei Bruten heranzüchten, und diese dann in den dortigen Wäldern auswildern.
Mit Voliere und Schaugatter soll für die Besucher des ­Naturparks ein neuer Publikumsmagnet geschaffen werden. Andererseits können dadurch auch die Besucherströme zum Vorteil des Wildes kanalisiert werden. Gewiss kein leichtes Projekt, doch passt es gut zum ­Na­turpark, der so seinen ­Artenreichtum sogar wieder ausbauen könnte. Manfred Lubrich ist überzeugt, dass das richtige Engagement und diplomatische Kooperation für alle Parteien positive Auswirkungen haben werden. Die PIRSCH wird die Entwicklung des Hirschwalds weiterhin mit Spannung verfolgen. Man kann den beteiligten Parteien nur viel Erfolg wünschen, damit der Hirsch im Sinne eines gesunden lebenden Rotwildbestands im Hirschwald langfristig erhalten bleibt und wenn möglich sogar der Urhahn in das alte Jagdgebiet erneut Einzug hält.


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Impressionen vom 17. 'uJ-Schießen' 2012

Bei der Mauser-Disziplin galt es, auf 200 Meter die Gams zu treffen. Sowohl die gestellten Mauser-M03-Extreme, als auch die RWS-Munition lieen bezglich der Przision keine Wnsche offen. Foto: MC Vorbildlich: Mauser-Chef Thorsten Mann war den ganzen Tag an der 200-Meter-Bahn und fungierte als Ansprechpartner und Helfer. Foto: MC Sitzend aufgelegt: Przision und ruhiges Abziehen waren gefordert. Wer das zusammenbrachte traf auch auf 200 Meter in die Zehn. Foto: MC Angestrichen, galt es die uJ-Bockscheibe auf 100 Meter zu perforieren. Foto: MC Mit Schablone wurden die Treffer bei der uJ-Bockscheibe aufgenommen. Foto: MC Stets aufmerksam und hilfsbereit waren die Aufsichten. Insgesamt waren ber 20 Helfer im Einsatz - vielen Dank! Foto: MC Laufender Keiler - Klassiker beim uJ-Schieen. Foto: MC Die Anzeige beim laufenden Keiler verriet ganz genau, wer noch mehr ben sollte. Foto: MC Die Mndung schlgt hoch, die Hlse fliegt. Bei der 50-Meter-Disziplin mit Flintenlaufgeschoss (FLG) kamen auch erfahrene Jger an ihre Grenzen. Foto: MC Auch mit guten Willen lagen bei der FLG-Disziplin manche Treffer einfach nicht in den Punkten. Foto: MC Ruhe: Dieser Hepp und schon startet die Taube. Foto: MC Rauchend verlassen die Zinkschrote den Lauf und jagen der Tontaube hinterher. Foto: MC So soll es sein: Splitterregen am Himmel oder auch Treffer versenkt.  Foto: MC Gut gelaunt spaziert diese Rotte zur nchsten Disziplin. Foto: MC Die Hlse fliegt, der Keiler kommt, schnelles Repetieren: Drei Schuss mussten dem annehmenden Keiler angetragen werden. Foto: MC Beim annehmenden Keiler trafen viele Schtzen ins Leben. Foto: MC Stumme Gste: Diese beiden Wachtel blieben ruhig, trotz der vielen lockenden Schussgerusche. Foto: MC Am Stand von Mauser lie es sich prima fachsimpeln, und jeder konnte sich ber die neuesten Produkte informieren. Foto: MC Das Schieen aus der Bewegung bei der Flinten-Disziplin Durchgehschtze verlangte den Teilnehmern alles ab. Im Bild Hans-Jrg Faden, der alle zehn Tauben abrumte. Foto: MC Gut gelaunt schauten diese Teilnehmer den Mitstreitern zu. Foto: MC Jagderleben-TV filmte den ganzen Tag beim 17. unsere Jagd-Schieen. Foto: MC Fleiige Biene: Susanne Hammer kontrollierte alle Laufzettel. Foto: MC Konzentriert: Renate Effenberger hatte die Auswertung im Griff. Dafr ein herzliches Dankeschn. Foto: MC Neugier: Sobald die vielen Preise ausgelegt waren, inspizierten die Teilnehmer die Tische. Foto: MC Beste Schtzin: Nadine Weers (Mitte) aus Schleswig-Holstein war beste Schtzinn und gewann ein Jagdwochende im Landesforst Brandenburg. Es gratulierten Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann (l.) und Michael Cosack. Foto: Georg Baumann Siegerlcheln: Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann, Cord Beckmann (2. Platz), Markus Tger (1. Platz), Fabio Knust (3. Platz) und Chefredakteur Michael Cosack (v. l.). Beckmann whlte als Preis die Gamsjagd (Adler Tours), Sieger Tger einen Damwildabschuss (Landesforsbetrieb Brandenburg) und Knust das Minox-Zielfernrohr. Die Redaktion gratuliert ganz herzlich und wnscht Weidmannsheil! Foto: Georg Baumann Beste Mannschaft: Diese drei Nordlichter gewannen die Mannschaftswertung. Hans-Jrg Faden, Hans-Heinrich Mordhorst und Andreas Jordt (v.l.) freuten sich ber ihre bungsmunition von Lapua. Da hatten auch Michael Cosack und Hans-Jrgen Beckmann (r.) gut lachen. Foto: MC Bjrn Behrends war der beste Schtze auf der 200-Meter-Bahn (Gamsscheibe). Er erhielt als Sonderpreis von Thorsten Mann (l.) ein Mauser-Messer . Da hatte auch Michael Cosack (r.) seinen Spa dran. Foto: Georg Baumann Hauptpreis: Henning Thiele (Mitte) aus Helmstedt gewann die Mauser M03 mit Zeiss Duralyt Zielfernrohr im Wert von 3695 Euro. Es freuten sich mit ihm: Thorsten Mann Geschftsfhrer Mauser (l.) und Michael Cosack (Chefredakteur unsere Jagd). Foto: Georg Baumann

Mauser und mehr

98er: Vom Mauser-Norris bis zum Gewehr 98. Foto: SYS Oberndorfer Steinschloss-Jagdwaffen. Foto: SYS Am Ende des I. Weltkriegs produzierte Mauser 13-mm-Anti-Tank-Bchsen. Foto: SYS Oberndorfer Oberndorf/N.: Klosterkirche - 1938 bis 1945 Mauser-Museum. Foto: SYS Augustinerkloster Oberndorf/N.: Ab 1811 Kniglich Wrttembergische Waffenfabrik. Foto: SYS Gewehr M71/84 als Pirschbchse. Foto: SYS Drei Jagdrepetierer, 1912 bis 1914: Mauser-Modell B. Foto: SYS Mauser-Taschenpistole 1914. Foto: SYS Mauser-Modellvielfalt schon damals: Fr Jger und Sportschtzen. Foto: SYS Mauser: Militrische Exportmodelle vor 1945. Foto: SYS Klosterkirche (skularisiert): Infotafeln erinnern ans Mauser-Museum. Foto: SYS Gemlde (oben) Gewehrfabrik im Kloster und Steinschlossgewehre aus Oberndorf. Foto: SYS Ehrenamtlicher Museumsfhrer: Bchsenmachermeister i.R. Georg Egeler. Foto: SYS Schautafel: Mauser-Entwicklungsschritte.  Foto: SYS Zum Dr. Ing. ernannt: Paul Mauser. Foto: SYS Grnder ihres Waffenimperiums: Wilhelm Mauser und Paul v. Mauser. Foto: SYS

Weltmeisterschaft der Präparatoren

Afrika pur: Alter Kaffernbffel mit Madenhacker. Foto: Bettina Diercks 
Heimisch: Neben zahlreichen Exoten wurden auch Rehbcke und Schwarzwild ausgestellt. Foto: Bettina Diercks Diebischer Rotrock: Reineke hat sich einen Fasanenhenne gegriffen. Foto: Bettina Diercks Jury im Einsatz: Beim Bewerten wurde ganz genau hingesehen und jeder noch so kleine Fehler notiert. Foto: Bettina Diercks Besser gehts nicht: Robert Stein aus Berlin wurde mit seinem Kea nicht nur Weltmeister, sondern erhielt auch die Auszeichnung Best of Show. Foto: Bettina Diercks Dynamisch: Fr den Rehbock gibt es kein Entkommen. Foto: Bettina Diercks Klein und zerbrechlich: Mit diesem Nasenbr gewann Jan Panninger den Weltmeistertitel in der Kategorie Kleine Sugetiere. Foto: Bettina Diercks Steppenpavian: Mit ihm gewann der Ungar Laszlo Bago den Weltmeistertitel (Kleine-mittlere Kopfschultermontagen). Foto: Bettina Diercks Echter Hingucker: Schleiereule auf dem Dachboden einer Scheune. Foto: Bettina Diercks Weltmeisterlich: Die Spitzmauskarawane von Christian Blumenstein. Foto: Bettina Diercks Blick in die Salzburgarena: Hier trafen sich Spitzmaus, Falke und Gorilla. Foto: Bettina Diercks Auge in Auge: kritisch beugen Fruchttaube und Haselhahn die Bewertungsbgen. Foto: Bettina Diercks Gut getroffen: Isegrim greift einen Moschusochsen an. Foto: Bettina Diercks