22.11.2016 | Absichtlich

Jagdhunde erschossen

Am Wochenende wurde im hessischen Blessenbach (Kreis Limburg-Weilburg) ein Jagdhund getötet und verscharrt. In einem anderen Fall wusste sich der Führer eines Setters scheinbar nicht mehr anders zu helfen...

Ein Irish Setter (Symbolbild).
Der irische Jagdhund hatte dem Mann in die Hand gebissen, als er versuchte, den Hund in den Zwinger zu sperren. Zuvor sei das Tier auf eine Nachbarin, deren Tochter sowie deren Mops losgegangen. Vor der jetzt stattgefundenen Verhandlung am Amtsgericht Döbeln (Mittelsachsen) gab der Schütze an, dass er sich einfach nicht anders zu helfen wusste. Der völlig wildgewordene Vierbeiner hätte weitere Menschen verletzt, so seine Befürchtung. Es sei ihm auch nicht gelungen, ihn anzuleinen oder die Zwingertür zu schließen. Mit der Kurzwaffe setzte er dem Ganzen ein Ende, wie die 'Leipziger Volkszeitung' berichtet. Dafür wurde der 52-Jährige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu 20 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt. Das hatte auch die Staatsanwaltschaft beantragt, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
 

Zeugenaufruf

Zur Rechenschaft ziehen will nun auch die Weilburger Polizei denjenigen, der im Zeitraum von vergangenen Samstag 11.15 Uhr und Sonntag 13 Uhr eine Schwarzwildbracke im Waldgebiet in Weinbach-Blessenbach erschossen hat. Der Hund war bei einer revierübergreifenden Drückjagd eingesetzt. Am Samstagnachmittag hatte dann der Täter die GPS-Halsung des Hundes ausgeschaltet. Über den Netzbetreiber war es dem Besitzer möglich, die letzte Ortung des Senders zu ermitteln. Unweit davon entfernt fand der Hundeführer Schleifspuren und den mit Ästen bedeckten Kadaver seines Jagdgehilfen, wie Kurt Zimmerschied, Pressewart der Jägervereinigung Oberlahn, gegenüber der Redaktion berichtete. Der Körper wies Ein- und Ausschuss auf, die GPS-Halsung fehlte. Mögliche Zeugen oder Hinweisgeber werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06471 938 60 mit der Polizei Weilburg in Verbindung zu setzen.
PM/BS

Aktualisierung vom 23. November

Wie der Anwalt des betroffenen Hundeführers gegenüber jagderleben berichtete, wurde inzwischen der mutmaßliche Hunde-Schütze ausfindig gemacht. Gegenüber dem Juristen soll er gestanden haben und seine Tat sowie das Verhalten danach bedauern. Er kündigte an, sich im Laufe des heutigen Tages bei der Kripo Limburg, welche die Ermittlungen in dem Fall übernommen hat, zu melden. Der Hundebseitzer hat sich dazu entschieden, dem Mann diese Chance einer freiwilligen, geständigen Einlassung, die sich möglicherweise strafmildernd auswikrt, zu lassen.
PM




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