12.11.2011

Verbleit oder bleifrei?

PIRSCH-Chefredakteur Sascha Numßen stellte dem Präsidenten des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) Hartwig Fischer fünf Fragen zum Streitthema 'bleifreie Munition - Ja oder Nein'. Wie die Haltung des DJV zu diesem Thema ist, können Sie in dem folgenden Interview nachlesen.




PIRSCH: Das Gutachten zur Tötungswirkung (vor allem bei Weitschüssen) aus Eberswalde steht immer noch aus und soll erst 2012 kommen. Trotzdem führen einige Bundesländer bzw. deren Forstverwaltungen schon bleifreie Munition als Pflicht ein. Wie kann das sein?
 
Hartwig Fischer: Die Berliner Forsten und Saarforst haben bedauerlicherweise bereits auf bleifreie Munition umgestellt. Der DJV hat sofort nach Bekanntwerden dieses Umstandes reagiert und mit dem BMELV Kontakt aufgenommen. In der Folge konnte verhindert werden, dass die Bundesforsten bleifreie Munition vorschreiben. Der DJV hat in jüngster Zeit wiederholt darauf hingewiesen - in persönlichen Gesprächen mit Politikern und in Meldungen - dass Jagdmunition unabhängig vom Geschossmaterial folgende Anforderungen erfüllen muss: tierschutzgerechte Tötungswirkung - auch bei Entfernungen über 100 Meter und bei schwerem Wild, toxikologische Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt sowie Sicherheit bei der Jagd. Wir sind ergebnisoffen und werden diese Forderungen auch weiterhin vehement in die Diskussion um Munition einbringen - etwa bei der anstehenden Agrarministerkonferenz Ende Oktober und bei der kurzfristig anberaumten BfR-Tagung zu Bleimunition Anfang November. Wir sind entschieden gegen Aktionismus in Sachen Jagdmunition und sind vielmehr an Fakten interessiert. Wir sind deshalb weiterhin der Meinung, dass erst nach Abschluss aller Untersuchungen, die 2009 in einer gemeinsamen Erklärung von DJV, ÖJV, Nabu und anderen Organisationen gefordert wurden, Entscheidungen getroffen werden sollten.

PIRSCH: Bei Ihrer DJV-Umfrage nach Verwendung von bleifreier Munition muss man unweigerlich an den Bundesjägertag und die Äußerungen von Ministerin Aigner denken, nachdem es politischer Wille ist, dass bleifrei aus angeblichen Verbraucherschutzgründen eingeführt wird. Lässt sich der DJV nun ebenfalls vor den CDU/CSU-Karren spannen, immerhin hat Hartwig Fischer ja das passende Parteibuch?
 
Hartwig Fischer: Hier geht es nicht um Parteibücher, sondern um Verbraucherschutz. Wir Jäger können mit Wildbret in der Öffentlichkeit nur punkten, wenn es weiterhin als gesundes, hochwertiges Lebensmittel wahrgenommen wird und ein solches auch ist! Unsere Imagebefragung zeigt ganz deutlich, dass über gesundes Wildbret die Sympathie für die Jagd gesteigert wird. Wir nehmen die Warnungen des BfR hinsichtlich Bleimunition gemäß dem Vorsorgeprinzip sehr ernst - ohne zu versäumen, diese kritisch zu hinterfragen. Die entsprechende Stellungnahme des BfR zur Meldung vom September datiert beispielsweise auf Dezember 2010. Wie akut ist das Risiko durch Bleimunition also wirklich, wenn zwischen Erkenntnis und Veröffentlichung 10 Monate liegen?
Dass gelöstes Blei im menschlichen Organismus schädlich ist, darüber besteht kein Zweifel. Vielmehr stellt sich die Frage, welche Rolle Munition dabei spielt. Das BfR stellt seine Warnungen zu Bleimunition selbst in Frage, indem es einschränkt, die Datengrundlage sei 'unzureichend'. Auf diese handwerklichen Fehler machen wir bei jeder Gelegenheit aufmerksam und verlangen eine ergebnisoffene und wissenschaftlich fundiert Neubewertung von Jagdmunition - und zwar für bleihaltige und bleifreie.
Für bedenklich halte ich allerdings die BfR-Aussage, dass die Blei-Grundbelastung in der Bevölkerung über Gemüse, Getreide oder Getränke bereits so hoch sei, dass theoretisch Nierenschädigungen auftreten können. Soll jetzt also über Bleimunition eine Scheinlösung gefunden werden, um die Gemüter zu beruhigen?
Mit unserer Fragebogenaktion wollen wir die Datengrundlage verbessern, um im Interesse der Jäger für eine faire Lösung zu kämpfen. Wie bewerten Jäger in Deutschland ihre Munition? Was ist ihnen dabei wichtig und welche Erfahrungen machen sie? Oder wie viel Wild essen sie überhaupt? Über den Fragebogen können wir jetzt erstmals Fakten in die Diskussion einbringen - im Sinne der Jäger. Beispielsweise sind für das BfR Wildbret-Vielverzehrer eine Risikogruppe. Diese Warnung beruht jedoch auf theoretisch angenommenen Werten. Innerhalb von 3 Wochen haben schon mehr als 1.000 Jäger an unserer Umfrage teilgenommen und liefern wertvolle Daten. Über die Hälfte ist bereit, an weiterführenden Vielverzehrer-Studien teilzunehmen.

PIRSCH: Wie kann sichergestellt werden, dass wir Jäger am Ende des Tages keine Statistik vorgesetzt bekommen, in der Ergebnisse hin zum gewünschten Ergebnis frisiert wurden?
 
Hartwig Fischer: Genau das wollen wir verhindern, indem wir die Erfahrung und Position der Jäger in die politische Diskussion einbringen. Und deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Jäger an der DJV-Umfrage zu Jagdmunition teilnehmen. Mit der DJV-Umfrage füllen wir Wissenslücken. Nur wenn wir uns zu Wort melden, haben wir die Chance, die politische Entscheidungsfindung zu beeinflussen.
 

PIRSCH: Uns sind keine umfassenden Versuche zum Thema Lauf-Lebensdauer, 'Barrel Fouling' und auch plötzliche Gasdrucksprünge bekannt. Welche Forschungsstelle (DEVA o.ä.) bzw. welcher Munitions-/Geschosshersteller hat hierzu umfangreiche Versuche gemacht? Liegen Ihnen denn Ergebnisse vor?

Hartwig Fischer: Der DEVA liegen erste Erkenntnisse zu Ablagerungen im Büchsenlauf bei verschiedenen Munitionsarten vor. Gravierende Beeinträchtigungen durch bleifreie Büchsenmunition sind uns derzeit nicht bekannt.

PIRSCH: Thema Seeadler: Nie hatten wir so hohe Bestände wie heute. Bei dem NDR-Beitrag am 20. September hat Tierarzt Dr. Oliver Krone mit belegter Stimme einen sterbenden Seeadler medienwirksam für seine Mission missbraucht. Als Tierarzt hätte er hier einschläfern müssen - denn nach § 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Dr. Krone begeht hier 'Euthanasieverschleppung', um sich ideologisch in Szene zu setzen. Stellen der DJV Strafanzeige? Unsere Gegner kämpfen mit solchen Mitteln...
 
Hartwig Fischer: Der Anstieg der Seeadlerpopulation in Deutschland ist erfreulich und hat dazu geführt, dass diese Art 2008 von der Roten Liste genommen wurde. Dies ist auch ein Erfolg der Jäger, die mit speziellen Seeadlerschutzprojekten und zahlreichen Biotopschutzmaßnahmen in der Fläche maßgeblich Artenschutz betreiben. Wir appellieren an Jäger, auch weiterhin in Seeadlergebieten den Aufbruch so zu entsorgen, dass er für Greifvögel nicht zugänglich ist. Dazu verpflichtet uns der Tierschutz und die ethische Verantwortung. Denn Bleifragmente können von der aggressiven Magensäure des Seeadlers aufgelöst werden und verursachen Vergiftungen.Ethischer Anspruch eines jeden Tierarztes sollte es übrigens sein, todkranke Tiere möglichst schnell von ihrem Leiden zu erlösen. Ein sterbender Seeadler darf keineswegs instrumentalisiert werden - weder von Tierärzten noch von den Medien! Die vorurteilsfreie, wissenschaftliche Untersuchung der Todesursache muss natürlich möglich sein. Der persönliche Ärger über die Berichterstattung im NDR ist mehr als verständlich. Hier ist jeder - ob Jäger oder Nichtjäger - gefragt, mögliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz anzuprangern. Etwa in Form einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Allerdings halten wir in diesem konkreten Fall eine Anzeige für wenig aussichtsreich.Für Erfolg versprechend halten wir den Protest beim NDR! Die Programmmacher müssen erfahren, wie ihre Sendung beim Publikum ankommt. Je mehr Menschen sich zu Wort melden, desto besser! Meine Bitte an die Jäger in Deutschland ist: Vernetzen Sie sich und geben Sie der Jagd eine Stimme. Viele Stimmen von unterschiedlichsten Menschen sind einfach wirkungsvoller als die eines einzelnen Verbandes! 




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Impressionen vom 17. 'uJ-Schießen' 2012

Bei der Mauser-Disziplin galt es, auf 200 Meter die Gams zu treffen. Sowohl die gestellten Mauser-M03-Extreme, als auch die RWS-Munition lieen bezglich der Przision keine Wnsche offen. Foto: MC Vorbildlich: Mauser-Chef Thorsten Mann war den ganzen Tag an der 200-Meter-Bahn und fungierte als Ansprechpartner und Helfer. Foto: MC Sitzend aufgelegt: Przision und ruhiges Abziehen waren gefordert. Wer das zusammenbrachte traf auch auf 200 Meter in die Zehn. Foto: MC Angestrichen, galt es die uJ-Bockscheibe auf 100 Meter zu perforieren. Foto: MC Mit Schablone wurden die Treffer bei der uJ-Bockscheibe aufgenommen. Foto: MC Stets aufmerksam und hilfsbereit waren die Aufsichten. Insgesamt waren ber 20 Helfer im Einsatz - vielen Dank! Foto: MC Laufender Keiler - Klassiker beim uJ-Schieen. Foto: MC Die Anzeige beim laufenden Keiler verriet ganz genau, wer noch mehr ben sollte. Foto: MC Die Mndung schlgt hoch, die Hlse fliegt. Bei der 50-Meter-Disziplin mit Flintenlaufgeschoss (FLG) kamen auch erfahrene Jger an ihre Grenzen. Foto: MC Auch mit guten Willen lagen bei der FLG-Disziplin manche Treffer einfach nicht in den Punkten. Foto: MC Ruhe: Dieser Hepp und schon startet die Taube. Foto: MC Rauchend verlassen die Zinkschrote den Lauf und jagen der Tontaube hinterher. Foto: MC So soll es sein: Splitterregen am Himmel oder auch Treffer versenkt.  Foto: MC Gut gelaunt spaziert diese Rotte zur nchsten Disziplin. Foto: MC Die Hlse fliegt, der Keiler kommt, schnelles Repetieren: Drei Schuss mussten dem annehmenden Keiler angetragen werden. Foto: MC Beim annehmenden Keiler trafen viele Schtzen ins Leben. Foto: MC Stumme Gste: Diese beiden Wachtel blieben ruhig, trotz der vielen lockenden Schussgerusche. Foto: MC Am Stand von Mauser lie es sich prima fachsimpeln, und jeder konnte sich ber die neuesten Produkte informieren. Foto: MC Das Schieen aus der Bewegung bei der Flinten-Disziplin Durchgehschtze verlangte den Teilnehmern alles ab. Im Bild Hans-Jrg Faden, der alle zehn Tauben abrumte. Foto: MC Gut gelaunt schauten diese Teilnehmer den Mitstreitern zu. Foto: MC Jagderleben-TV filmte den ganzen Tag beim 17. unsere Jagd-Schieen. Foto: MC Fleiige Biene: Susanne Hammer kontrollierte alle Laufzettel. Foto: MC Konzentriert: Renate Effenberger hatte die Auswertung im Griff. Dafr ein herzliches Dankeschn. Foto: MC Neugier: Sobald die vielen Preise ausgelegt waren, inspizierten die Teilnehmer die Tische. Foto: MC Beste Schtzin: Nadine Weers (Mitte) aus Schleswig-Holstein war beste Schtzinn und gewann ein Jagdwochende im Landesforst Brandenburg. Es gratulierten Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann (l.) und Michael Cosack. Foto: Georg Baumann Siegerlcheln: Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann, Cord Beckmann (2. Platz), Markus Tger (1. Platz), Fabio Knust (3. Platz) und Chefredakteur Michael Cosack (v. l.). Beckmann whlte als Preis die Gamsjagd (Adler Tours), Sieger Tger einen Damwildabschuss (Landesforsbetrieb Brandenburg) und Knust das Minox-Zielfernrohr. Die Redaktion gratuliert ganz herzlich und wnscht Weidmannsheil! Foto: Georg Baumann Beste Mannschaft: Diese drei Nordlichter gewannen die Mannschaftswertung. Hans-Jrg Faden, Hans-Heinrich Mordhorst und Andreas Jordt (v.l.) freuten sich ber ihre bungsmunition von Lapua. Da hatten auch Michael Cosack und Hans-Jrgen Beckmann (r.) gut lachen. Foto: MC Bjrn Behrends war der beste Schtze auf der 200-Meter-Bahn (Gamsscheibe). Er erhielt als Sonderpreis von Thorsten Mann (l.) ein Mauser-Messer . Da hatte auch Michael Cosack (r.) seinen Spa dran. Foto: Georg Baumann Hauptpreis: Henning Thiele (Mitte) aus Helmstedt gewann die Mauser M03 mit Zeiss Duralyt Zielfernrohr im Wert von 3695 Euro. Es freuten sich mit ihm: Thorsten Mann Geschftsfhrer Mauser (l.) und Michael Cosack (Chefredakteur unsere Jagd). Foto: Georg Baumann

Mauser und mehr

98er: Vom Mauser-Norris bis zum Gewehr 98. Foto: SYS Oberndorfer Steinschloss-Jagdwaffen. Foto: SYS Am Ende des I. Weltkriegs produzierte Mauser 13-mm-Anti-Tank-Bchsen. Foto: SYS Oberndorfer Oberndorf/N.: Klosterkirche - 1938 bis 1945 Mauser-Museum. Foto: SYS Augustinerkloster Oberndorf/N.: Ab 1811 Kniglich Wrttembergische Waffenfabrik. Foto: SYS Gewehr M71/84 als Pirschbchse. Foto: SYS Drei Jagdrepetierer, 1912 bis 1914: Mauser-Modell B. Foto: SYS Mauser-Taschenpistole 1914. Foto: SYS Mauser-Modellvielfalt schon damals: Fr Jger und Sportschtzen. Foto: SYS Mauser: Militrische Exportmodelle vor 1945. Foto: SYS Klosterkirche (skularisiert): Infotafeln erinnern ans Mauser-Museum. Foto: SYS Gemlde (oben) Gewehrfabrik im Kloster und Steinschlossgewehre aus Oberndorf. Foto: SYS Ehrenamtlicher Museumsfhrer: Bchsenmachermeister i.R. Georg Egeler. Foto: SYS Schautafel: Mauser-Entwicklungsschritte.  Foto: SYS Zum Dr. Ing. ernannt: Paul Mauser. Foto: SYS Grnder ihres Waffenimperiums: Wilhelm Mauser und Paul v. Mauser. Foto: SYS

Weltmeisterschaft der Präparatoren

Afrika pur: Alter Kaffernbffel mit Madenhacker. Foto: Bettina Diercks 
Heimisch: Neben zahlreichen Exoten wurden auch Rehbcke und Schwarzwild ausgestellt. Foto: Bettina Diercks Diebischer Rotrock: Reineke hat sich einen Fasanenhenne gegriffen. Foto: Bettina Diercks Jury im Einsatz: Beim Bewerten wurde ganz genau hingesehen und jeder noch so kleine Fehler notiert. Foto: Bettina Diercks Besser gehts nicht: Robert Stein aus Berlin wurde mit seinem Kea nicht nur Weltmeister, sondern erhielt auch die Auszeichnung Best of Show. Foto: Bettina Diercks Dynamisch: Fr den Rehbock gibt es kein Entkommen. Foto: Bettina Diercks Klein und zerbrechlich: Mit diesem Nasenbr gewann Jan Panninger den Weltmeistertitel in der Kategorie Kleine Sugetiere. Foto: Bettina Diercks Steppenpavian: Mit ihm gewann der Ungar Laszlo Bago den Weltmeistertitel (Kleine-mittlere Kopfschultermontagen). Foto: Bettina Diercks Echter Hingucker: Schleiereule auf dem Dachboden einer Scheune. Foto: Bettina Diercks Weltmeisterlich: Die Spitzmauskarawane von Christian Blumenstein. Foto: Bettina Diercks Blick in die Salzburgarena: Hier trafen sich Spitzmaus, Falke und Gorilla. Foto: Bettina Diercks Auge in Auge: kritisch beugen Fruchttaube und Haselhahn die Bewertungsbgen. Foto: Bettina Diercks Gut getroffen: Isegrim greift einen Moschusochsen an. Foto: Bettina Diercks