27.04.2011 | Frühmahd
Rettung vor dem Mäher
'Ducken und Tarnen' schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher: Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen steht an. Der Termin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher vor Fressfeinden verstecken.
Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd. Entscheidend ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine für Silage oder Biomasseproduktion rechtzeitig zwischen Jagdpächter und Landwirt abzustimmen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen.
Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR), Deutscher Bauernverband (DBV) und Deutscher Jagdschutzverband (DJV) empfehlen den Landwirten, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung durchzuführen. Dazu gehören beispielsweise das Absuchen der Wiesen, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung. Einfach, kostengünstig und sehr effektiv sind Knistertüten, Flatterbänder oder Kofferradios. Bereits eine Maßnahme zur Vertreibung pro Hektar Anbaufläche wirkt. Derartige Maßnahmen sind auch wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Denn wer Verletzung und Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher bewusst in Kauf nimmt, kann dadurch eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begehen, die mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden kann.
Die Verbände empfehlen vor allem, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So haben Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtszeit zusätzlichen Erfolg gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken.
Finanziell gefördert durch das Bundesforschungsministerium entwickeln derzeit namhafte Hersteller von Landtechnik und Elektronik ein Sensorsystem für landwirtschaftliche Mähmaschinen, mit dem künftig in den Wiesen liegende Rehkitze bei der Mahd erkannt werden sollen. Ziel des Projekts 'Wildretter' ist ein markttauglicher Prototyp für Mähmaschinen, der mit geringem Aufwand zuverlässig Kitze während der Mahd erkennt. Erste sich in Erprobung befindende Ansätze sind erfolgversprechend. Unabhängig von diesem Forschungsprojekt sind die Maßnahmen zur Kitzrettung vor dem Grünschnitt nach wie vor entscheidend. PM
|
Anleitungen zur wildtierschonenden Vorgehensweise bei der Mahd sind HIER im PDF-Format herunterladbar. Außerdem eine Broschüre (ebenfalls als PDF) wie der Mähtod zu vermeiden ist, herausgegeben von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem CIC.
Beides steht zum Ausdrucken und Aushändigen an Landwirte bereit. |
Lesen Sie hierzu auch:
15,52 EURO RETTEN WILDTIERE
FANGSCHUSS DURCH DEN FUß
JÄGER LEBENSGEFÄHRLICH VERLETZT
BÜCHSE JAGD JAGDGEBRAUCHSHUND JAGDMAGAZIN JAGDPORTAL JAGDVERBAND JAGDZEITSCHRIFT JÄGER JÄGERPRÜFUNG KALIBER NIEDERSÄCHSISCHER JÄGER PIRSCH REH REHBOCK REHWILD SCHWARZWILD UNSERE JAGD WAFFEN WAIDMANNSHEIL WAIDWERK WEIDMANNSHEIL WEIDWERK WILD JAGEN JAGDBETRIEB&HEGE DJV BUNDESVERBAND LOHNUNTERNEHMEN BUNDESVERBAND DER MASCHINENRINGE DEUTSCHER BAUERNVERBAND KITZRETTUNG MAHD MÄHTOD WIESE FELDHASE KITZE FASAN
Kommentare
Sie können diesen Artikel kommentieren und mit jagderleben.de-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Zum Kommentieren bitte anmelden.
IHR JAGDERLEBEN
Sie können diese Seite ganz einfach an Ihre Bedürfnisse anpassen. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, brauchen Sie sich nur zu registrieren.
ANMELDUNG
BILDERSERIEN







































































