29.06.2010

Beutekunst in Moskau

Lange galten Prof. Richard Frieses Skulpturen auf der Rominter Hirschbrücke in Ostpreußen als verschollen: Zumindest zwei wurden nun wiederentdeckt.

Vor einem Sanatorium: Zwei der vier Rominter 'Brückenhirsche' wurden jüngst wieder entdeckt. (Foto: Archiv Dr. Wolfgang Rothe)
Nur wenige Zeitzeugen kennen das einzigartige künstlerische Ensemble im Herzen der ostpreußischen Rominter Heide, dem jahrhundertealten Staatsjagdrevier der preußischen Herzöge, Könige, Kaiser und zuletzt der preußischen Ministerpräsidenten. Zu nennen sind das Jagdhaus Wilhelms II. (gebaut 1891/ 1904), einen Steinwurf entfernt davon die Hubertuskapelle (1893), zwischen beiden das Bronze-Standbild des damals stärksten vom Kaiser gestreckten Rothirsches von 1909, und nicht zuletzt die nahe 'Hirschbrücke' über den Rominte-Fluss(1905). Auf deren Sockeln ruhten am Ende der beiden Brückengeländer vier Rothirsch-Bronzeskulpturen, ebenfalls aus der Hand des Jagdmalers Prof. Richard Friese (geb. 1854 in Gumbinnen; gest. 1918 in Bad Zwischenahn) in Zusammenwirken mit dem Tierplastiker Josef Pallenberg (geb. 1882 in Köln; gest. 1946 in Düsseldorf). Seit der Eroberung Ostpreußens 1945 durch die Sowjets waren weite Teile im Norden der Provinz bis Frühjahr 1991 als Militärsperrgebiet 'Kaliningradskaja Oblast' hermetisch abgeschlossen. Zwei Drittel der Rominter Heide erstrecken sich heute im russischen Sektor, nur ein Drittel im polnischen. Erste in die Heimat reisende Ostpreußen entdeckten wenig auf ihren Exkursionen in die Rominter Heide, deren zentraler Ort Jagdhaus Rominten (einst - nomen est omen - Theerbude, ab 1891 Kaiserlich Rominten) in den tiefgestaffelten russischen Grenzanlagen an der russisch-polnischen Demarkationslinie liegt.

Nur noch Grundmauern

Im Sockel: Signatur von Prof. Richard Friese (Foto: Archiv Dr. Wolfgang Rothe)
Nur noch Grundmauern Außer einer aufgegebenen Grenzmilizstation finden sich heute nur noch Grundmauern: Das im Krieg unzerstörte 200-Seelen-Dorf ist dem Erdboden gleichgemacht, obwohl es  von den Sowjets 'Raduschnoje' genannt - zunächst wohl noch bewohnt war. Die 'Hirschbrücke' zu Wilhelms II. Jagdhaus ist passierbar, aber das Brückengeländer ist zerbrochen, die Sockel sind leer. Nichts erinnert mehr an den Glanz des Zentrums des Hofjagdreviers, der dem einst armseligen Köhlerdorf ab 1890 zu einer bescheidenen wirtschaftlichen Blüte durch bis 1944 anhaltenden Tourismus verholfen hatte. Schon vor der 'Wende' 1991 im Königsberger Gebiet erreichte dank Sergej S., einem Gewährsmann des Verfassers, die Kunde vom Hirschstandbild den Westen. Es schmückt einen Kinderspielplatz im Zentralen Park von Smolensk. Dessen Stadtrat verschließt sich der Rückführung nach Nord-Ostpreußen. Vor einigen Jahren sägten Diebe die Geweihstangen (Buntmetall!) ab: Heute 'zieren' Maralhirschstangen das Haupt! Der traditionsfreundliche russische Forstdirektor Nikolaj Schumillo in Hardteck, Rominter Heide, ließ 2002 fehlende Brückenelemente nachgießen und restaurierte so die 'Hirschbrücke '. Auch ließ er die Fundamente der Hubertus-Kapelle, des Hirschdenkmals sowie des Jagdhauses freilegen und schuf Lehrpfade zu den stärksten Fichten der Heide . Und endlich: Vor einigen Wochen entdeckte Gewährsmann Sergej eine Notiz in einem russischen Internetforum mit Fotos von den Bronzen und der Sockelsignatur. Ohne Zweifel: Zwei der vier Brückenhirsche bewachen  augenscheinlich seit Jahrzehnten  den Eingang des Sanatoriums Sesni im Moskauer Vorort Sosnovka. Der Autor der russischen Intenet-Notiz bringt die Brückenhirsche irrtümlich mit der Hirsch-Bronze in Verbindung, die Hermann Göring in Carinhall hatte aufstellen lassen (der hatte von seinem Hirsch 'Raufbold', geschossen in der Schonzeit 1936, für die Jagdausstellung 1937 in Berlin eine Bronze-Statue anfertigen lassen; sie steht heute im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde). Der russische Autor der Internet-Notiz verwechselte also die Bronzen.
 

(K)eine Rückführung?

Historisches Postkartenmotiv: Jagdhaus Rominten (vormals Kaiserlich Rominten) war ein beliebtes Ausflugsziel. (Foto: Archiv Dr. Wolfgang Rothe)
Kann man diese Raritäten zurück nach Ostpreußen bringen? Nicht unbedingt nach Rominten selbst, zurück auf die Brücke, wo sie Diebstahl und Vandalismus ausgesetzt wären. Sie wären zum Beispiel im Historisch-künstlerischen Museum am Königsberger Oberteich angemessen platziert. Eine Chance mag es sein, Mandatsträger des 'Kaliningradskaja Oblast' dafür zu motivieren, die Brückenhirsche aus Moskau auf der politischen Schiene nach Nord-Ostpreußen zurückzuführen. Aber dort ringt man mit einer verzweifelt desaströsen Wirtschaftslage...
Dr. Wolfgang Rothe
 


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Impressionen vom 17. 'uJ-Schießen' 2012

Bei der Mauser-Disziplin galt es, auf 200 Meter die Gams zu treffen. Sowohl die gestellten Mauser-M03-Extreme, als auch die RWS-Munition lieen bezglich der Przision keine Wnsche offen. Foto: MC Vorbildlich: Mauser-Chef Thorsten Mann war den ganzen Tag an der 200-Meter-Bahn und fungierte als Ansprechpartner und Helfer. Foto: MC Sitzend aufgelegt: Przision und ruhiges Abziehen waren gefordert. Wer das zusammenbrachte traf auch auf 200 Meter in die Zehn. Foto: MC Angestrichen, galt es die uJ-Bockscheibe auf 100 Meter zu perforieren. Foto: MC Mit Schablone wurden die Treffer bei der uJ-Bockscheibe aufgenommen. Foto: MC Stets aufmerksam und hilfsbereit waren die Aufsichten. Insgesamt waren ber 20 Helfer im Einsatz - vielen Dank! Foto: MC Laufender Keiler - Klassiker beim uJ-Schieen. Foto: MC Die Anzeige beim laufenden Keiler verriet ganz genau, wer noch mehr ben sollte. Foto: MC Die Mndung schlgt hoch, die Hlse fliegt. Bei der 50-Meter-Disziplin mit Flintenlaufgeschoss (FLG) kamen auch erfahrene Jger an ihre Grenzen. Foto: MC Auch mit guten Willen lagen bei der FLG-Disziplin manche Treffer einfach nicht in den Punkten. Foto: MC Ruhe: Dieser Hepp und schon startet die Taube. Foto: MC Rauchend verlassen die Zinkschrote den Lauf und jagen der Tontaube hinterher. Foto: MC So soll es sein: Splitterregen am Himmel oder auch Treffer versenkt.  Foto: MC Gut gelaunt spaziert diese Rotte zur nchsten Disziplin. Foto: MC Die Hlse fliegt, der Keiler kommt, schnelles Repetieren: Drei Schuss mussten dem annehmenden Keiler angetragen werden. Foto: MC Beim annehmenden Keiler trafen viele Schtzen ins Leben. Foto: MC Stumme Gste: Diese beiden Wachtel blieben ruhig, trotz der vielen lockenden Schussgerusche. Foto: MC Am Stand von Mauser lie es sich prima fachsimpeln, und jeder konnte sich ber die neuesten Produkte informieren. Foto: MC Das Schieen aus der Bewegung bei der Flinten-Disziplin Durchgehschtze verlangte den Teilnehmern alles ab. Im Bild Hans-Jrg Faden, der alle zehn Tauben abrumte. Foto: MC Gut gelaunt schauten diese Teilnehmer den Mitstreitern zu. Foto: MC Jagderleben-TV filmte den ganzen Tag beim 17. unsere Jagd-Schieen. Foto: MC Fleiige Biene: Susanne Hammer kontrollierte alle Laufzettel. Foto: MC Konzentriert: Renate Effenberger hatte die Auswertung im Griff. Dafr ein herzliches Dankeschn. Foto: MC Neugier: Sobald die vielen Preise ausgelegt waren, inspizierten die Teilnehmer die Tische. Foto: MC Beste Schtzin: Nadine Weers (Mitte) aus Schleswig-Holstein war beste Schtzinn und gewann ein Jagdwochende im Landesforst Brandenburg. Es gratulierten Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann (l.) und Michael Cosack. Foto: Georg Baumann Siegerlcheln: Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann, Cord Beckmann (2. Platz), Markus Tger (1. Platz), Fabio Knust (3. Platz) und Chefredakteur Michael Cosack (v. l.). Beckmann whlte als Preis die Gamsjagd (Adler Tours), Sieger Tger einen Damwildabschuss (Landesforsbetrieb Brandenburg) und Knust das Minox-Zielfernrohr. Die Redaktion gratuliert ganz herzlich und wnscht Weidmannsheil! Foto: Georg Baumann Beste Mannschaft: Diese drei Nordlichter gewannen die Mannschaftswertung. Hans-Jrg Faden, Hans-Heinrich Mordhorst und Andreas Jordt (v.l.) freuten sich ber ihre bungsmunition von Lapua. Da hatten auch Michael Cosack und Hans-Jrgen Beckmann (r.) gut lachen. Foto: MC Bjrn Behrends war der beste Schtze auf der 200-Meter-Bahn (Gamsscheibe). Er erhielt als Sonderpreis von Thorsten Mann (l.) ein Mauser-Messer . Da hatte auch Michael Cosack (r.) seinen Spa dran. Foto: Georg Baumann Hauptpreis: Henning Thiele (Mitte) aus Helmstedt gewann die Mauser M03 mit Zeiss Duralyt Zielfernrohr im Wert von 3695 Euro. Es freuten sich mit ihm: Thorsten Mann Geschftsfhrer Mauser (l.) und Michael Cosack (Chefredakteur unsere Jagd). Foto: Georg Baumann

Mauser und mehr

98er: Vom Mauser-Norris bis zum Gewehr 98. Foto: SYS Oberndorfer Steinschloss-Jagdwaffen. Foto: SYS Am Ende des I. Weltkriegs produzierte Mauser 13-mm-Anti-Tank-Bchsen. Foto: SYS Oberndorfer Oberndorf/N.: Klosterkirche - 1938 bis 1945 Mauser-Museum. Foto: SYS Augustinerkloster Oberndorf/N.: Ab 1811 Kniglich Wrttembergische Waffenfabrik. Foto: SYS Gewehr M71/84 als Pirschbchse. Foto: SYS Drei Jagdrepetierer, 1912 bis 1914: Mauser-Modell B. Foto: SYS Mauser-Taschenpistole 1914. Foto: SYS Mauser-Modellvielfalt schon damals: Fr Jger und Sportschtzen. Foto: SYS Mauser: Militrische Exportmodelle vor 1945. Foto: SYS Klosterkirche (skularisiert): Infotafeln erinnern ans Mauser-Museum. Foto: SYS Gemlde (oben) Gewehrfabrik im Kloster und Steinschlossgewehre aus Oberndorf. Foto: SYS Ehrenamtlicher Museumsfhrer: Bchsenmachermeister i.R. Georg Egeler. Foto: SYS Schautafel: Mauser-Entwicklungsschritte.  Foto: SYS Zum Dr. Ing. ernannt: Paul Mauser. Foto: SYS Grnder ihres Waffenimperiums: Wilhelm Mauser und Paul v. Mauser. Foto: SYS

Weltmeisterschaft der Präparatoren

Afrika pur: Alter Kaffernbffel mit Madenhacker. Foto: Bettina Diercks 
Heimisch: Neben zahlreichen Exoten wurden auch Rehbcke und Schwarzwild ausgestellt. Foto: Bettina Diercks Diebischer Rotrock: Reineke hat sich einen Fasanenhenne gegriffen. Foto: Bettina Diercks Jury im Einsatz: Beim Bewerten wurde ganz genau hingesehen und jeder noch so kleine Fehler notiert. Foto: Bettina Diercks Besser gehts nicht: Robert Stein aus Berlin wurde mit seinem Kea nicht nur Weltmeister, sondern erhielt auch die Auszeichnung Best of Show. Foto: Bettina Diercks Dynamisch: Fr den Rehbock gibt es kein Entkommen. Foto: Bettina Diercks Klein und zerbrechlich: Mit diesem Nasenbr gewann Jan Panninger den Weltmeistertitel in der Kategorie Kleine Sugetiere. Foto: Bettina Diercks Steppenpavian: Mit ihm gewann der Ungar Laszlo Bago den Weltmeistertitel (Kleine-mittlere Kopfschultermontagen). Foto: Bettina Diercks Echter Hingucker: Schleiereule auf dem Dachboden einer Scheune. Foto: Bettina Diercks Weltmeisterlich: Die Spitzmauskarawane von Christian Blumenstein. Foto: Bettina Diercks Blick in die Salzburgarena: Hier trafen sich Spitzmaus, Falke und Gorilla. Foto: Bettina Diercks Auge in Auge: kritisch beugen Fruchttaube und Haselhahn die Bewertungsbgen. Foto: Bettina Diercks Gut getroffen: Isegrim greift einen Moschusochsen an. Foto: Bettina Diercks