11.04.2014

Auerhahn contra Nationalpark

Der Nationalpark Schwarzwald ist beschlossene Sache. Während Umweltverbände die Entscheidung feiern, sieht des Auerwild schon jetzt seinem Ende entgegen. Ein makabres Beispiel, wie augenscheinlicher Naturschutz einer gefährdeten Art den Garaus macht.

Auerhahn mit Weitblick - die Aussichten jedoch sind trübe.
Es scheint naheliegend und richtig, dass der Auerhahn von Befürwortern eines Schutzgebietes im Nordschwarzwald zur Werbung für den Nationalpark eingesetzt wurde. Groteske wird die Herausstellung dieses eindrucksvollen Vogels aber dann, wenn man bedenkt, dass dieser gerade durch den angestrebten 'Prozessschutz' im Park seinen Lebensraum verlieren wird.
Die Kernaussage eines diesbezügliches Gutachten kann nicht anders als zynisch genannt werden: 'Der Wert von nicht beeinflussten Kernzonen eines Nationalparks mit den damit verbundenen Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns, ist deshalb auch in Zusammenhang mit Schutzbemühungen für Auerhühner als sehr hoch einzuschätzen'.
Wer als ökologisch erfahrener Ornithologe die Entwicklungsdynamik des Waldes im Nordschwarzwald kennt, kann diese Aussage des Gutachtens nur als verantwortungslos bezeichnen. Es bedarf keiner langfristigen Untersuchungsreihen mehr, denn der ursprünglich zum Suchraum gehörende, 290 Hektar große 'Bannwald Wildseemoor' bei Wildbad, ist diesbezüglich bereits ein Großversuch mit signifikantem 'Erkenntnisgewinn'.
Bei bis zu 25 Hähnen auf einem Balzplatz, noch Ende der 1950er Jahre, lebte dort die größte Auerhuhnteilpopulation im Nordschwarzwald. Anfang der 1970er Jahre balzten 12 und 1975 noch 5 Hähne. Der Vorschlag, Mitte der 1970er Jahre, die in die lichten Kieferwaldungen hineingewachsenen Fichten zum Schutze des Auerhuhnhabitats zu beseitigen, musste verworfen werden, denn im baden-württembergischen 'Bannwald' sind regulierende Eingriffe, selbst zum Schutze von Rote-Listen-Arten, nicht zulässig. Konsequentes 'Natur, Natur sein lassen' hatte dieses bedeutende Auerhuhnvorkommen wenige Jahre später endgültig besiegelt und nur noch selten verirrt sich heute ein Auerhuhn in dieses ehemalige Idealgebiet. Leider wollen Freunde des Nationalparks dies nicht wahr haben.
Karl Ebert
 
Der vollständige Artikel mit einer detaillierten Schilderung der Zusammenhänge ist in PIRSCH 08/2014 (Erschienungstag: 16.04.2014) abgedruckt.
 
 



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04. Mai 2014 um 19:43 Uhr | von Jörg Stendel

Nichtstun ist keine Alternative

Mitteleuropäische Landschaften sind fast ausnahmslos Kulturlandschaften. Indem der Mensch zum Nutzer der Landschaft wurde, hat er diese umgestaltet - z.T. mit fatalen Folgen, einschließlich der Vernichtung von Lebensräumen für ganze Arten. Zumeist jedoch haben sich menschliche Nutzung und natürliche Reaktion hierauf irgendwann zu etwas Neuem zusammengefunden - andere Arten haben sich diese neuen Verhältnisse als Lebensraum erschlossen. Der Mensch ist Gestalter und Teil dieser Dynamik. Und als Gestalter trägt er Verantwortung hierfür. Selbst 'gute Absicht' unterstellt, kann der Rückzug des Menschen nicht der Weg sein, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Denn dieser Rückzug bedeutet nichts anderes, als dass wieder Lebensraum für Arten (hier Auerwild) vernichtet wird. Dieses Vorgehen ist mindestens ebenso verantwortungslos, wie die vorangegangene z.T. rücksichtslose Ausbeutung von natürlichen Ressourcen. Hieran ändert auch die 'gute Absicht' nichts. Mit 'Naturschutz' jedenfalls haben weder das Eine noch das Andere zu tun.




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