07.12.2010
Hubert Weinzierl zum 75.
Als 'Naturschutzpräsident' kennt ihn fast jeder und als solcher wird er diese Tage anlässlich seines 75. Geburtstags auch geehrt. Die wenigsten wissen jedoch, dass Hubert Weinzierl seine 'grüne' Karriere einst als Jäger und Forstmann startete.
Am 3. Dezember 1935 wurde Hubert Weinzierl im oberbayerischen Ingolstadt geboren und verbrachte dort auch seine Kindheit und Jugendzeit. Von Klein auf an der Natur interessiert und mit ihr vertraut, entschloss er sich nach dem Abitur, einen 'grünen' Beruf zu ergreifen: Dazu studierte in München Forstwirtschaft, erreichte den Abschluss Diplomforstwirt und begann schließlich als Referendar bei der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Eine Tätigkeit, die zu der damaligen Zeit noch untrennbar sowohl mit der Jagdausübung als auch mit dem Naturschutz verbunden war.
Dies sollte jedoch nicht mehr allzulange so bleiben und Hubert Weinzierl hatte seinen Anteil an dieser Entwicklung, indem er viel daran setzte, dem Naturschutzgedanken eigenständige und vor allem schlagkräftige politische Organisationen zu formen. Damit begann der Weg hin zur Massenbewegung, aber auch hin zur 'Ideologiesierung'.
Vom Vater, einem CSU-Abgeordneten, hat Hubert Weinzierl nicht nur das politische Talent geerbt, sondern er durfte auch auf dessen Unterstützung zählen, als er sich in den 1960er-Jahren daran machte, sein Engagement in verschiedenen Naturschutzgremien mit politischen Forderungen zu verknüpfen. Seitdem ist er die Ikone der deutschen Naturschutzbewegung schlechthin. Die Einrichtung des ersten Deutschen Nationalparks im Bayerischen Wald, die Rückkehr von Biber und Luchs aber auch verkehrs- und energiepolitische Debatten sind eng mit seinem Namen verbunden.
Nach dem Vorsitz des Bund Naturschutz in Bayern (BN) und dem des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) bekleidet Hubert Weinzierl seit dem Jahr 2000 das Amt des Präsidenten des Deutschen Naturschutzrings (DNR). Aktuell ist er auch noch Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
Die Jagd hat 'Deutschlands oberster Naturschützer' wohl nie ganz aus den Augen verloren. Als Indiz dafür mag das Grußwort gelten, das er dem dlv-Jagdmagazin 'Pirsch' zu dessen 50-jährigen Erscheinen schrieb; darin heißt es: 'Ich kenne und lese die 'Pirsch' seit meiner frühen Jugendzeit, also von Anfang an.' Gleichzeitig bescheinigt er der Zeitschrift, 'Brückenbauer zwischen Jagd und Naturschutz' zu sein. Eine Funktion, die man auch Hubert Weinzierl zu seinem Geburtstag, und sich von ihm anlässlich seines 75. wünschen könnte. Alles Gute und - ja, warum auch nicht - Waidmannsheil! JMB
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Kommentare
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Kommentare
18. Februar 2011 um 18:05 Uhr | von grouse450
Biber
Hat nicht Herr Weinzierl sich in einer Publikation vor nicht allzulanger Zeit gebrüstet, daß er es war, der damals (gegen Recht und Gesetz) eigenhändig Biber ausgesetzt hat? Oder täusche ich mich da sehr???
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