06.10.2011 | 10 x 42-Ferngläser

Kopf an Kopf-Rennen

Auch wenn des Flachlandjägers liebste Fernglasformel eingedenk der schwerpunktmäßigen jagdlichen Herausforderungen, sprich Schwarzkittel ungebrochen 8 x 56 lautet: Nicht nur bei Bergjägern, sondern auch bei erstaunlich vielen Jägern in weiten Feldrevieren steht die Formel 10 x 42 hoch im Kurs.

Alle zehn getesteten Ferngläser erwiesen sich als nützlich.
Mehrere Argumente sprechen dafür: Die zehnfache Vergrößerung bietet große Detailerkennbarkeit auch auf größere Entfernungen. Die zehnfache Vergrößerung ist zumeist die höchste, die ein (geübter) Beobachter gerade noch freihändig nutzen kann, wenngleich sich ein Anstreichen oder Auflegen stets empfiehlt. Dank Weitwinkelokularen liegen die 10 x 42 in Sachen Sehfeld oft mit den 8 x 56 gleichauf. Modernste Lichtrechnung und die geschickte Kombination hochwertigster Glasmaterialien sorgen für teils erstaunliche Dämmerungsleistung.
Allein schon bei der rechnerischen Dämmerungsleistung besitzt ein 8 x 56 mit dem Wert 21,2 nur einen knappen Vorsprung gegenüber dem 10 x 42 mit 20,5. Kompakte Außenmaße und geringe Masse sind nicht nur bei der strapaziösen Hochgebirgspirsch willkommen, sondern machen 10 x 42-Gläser auch für Auslandsjagden und Urlaubsreisen attraktiv. Summa summarum: Ein 10 x 42-Fernglas ist ein universelles Allzweckglas, das sowohl von den Dimensionen als auch vom Gewicht im Rahmen des Erträglichen bleibt. Michele Costantini

Testablauf

Exakte Überprüfung der Werkangaben: Dankenswerterweise stellten Minox, Leica und Zeiss ihre Labors zur Verfügung.
85 Punkte konnten pro Modell vergeben werden.
Konstruktion (maximal 10 Punkte):
Ein Feinmechaniker und eine Optikerin überprüften: optische Konstruktion, mechanische Konstruktion, Verarbeitung des Geräts auf deren Art und Qualität.
Technische Daten (max. 20 P.):
Zur Bewertung kamen: Gewicht, Sehfeld, Naheinstellung, Grad der Wasserdichtigkeit. Die Herstellerangaben wurden durch Stichproben überprüft. Alle Ferngläser bestanden denTest auf Wasserdichtigkeit (5 Min.).
Optische Leistung (max. 20 P.):
Bei Carl Zeiss Sports Optics kam es zur Messung der: Auflösung in der Bildmitte, Auflösung in den übrigen zwei Dritteln des Sehfeldes. Bei der Leica-Camera AG wurde  die Transmissionsmessung durchgeführt: Lichtdurchlassgrad am Tag, Lichtdurchlassgrad in der Nacht. Interessanterweise deckten sich die gemessenen Werte einmal mehr nahezu vollständig mit denen der subjektiven Benotung durch unser Testteam (in der Summe). Ein Beleg dafür, dass das menschliche Auge im direkten Vergleich ebenfalls sehr feine Nuancen zu unterscheiden und wahrzunehmen vermag.
Subjektive Bewertung (max. 25 P.):
Viele Jäger sind bereit, für eine gute Marke sehr tief in die Tasche zu greifen, um sicherzugehen, einen wirklich guten Feldstecher zu erwerben. Dieses subjektive 'gute Gefühl' ist auch viel wert, selbst wenn es eben nicht 'messbar' ist. Erfasst wurden: Bildqualität am Rand, Bildqualität im Zentrum, Farbneutralität und Farbsäume, Design und die Ergonomie, der allgemeine Eindruck, wobei das Vertrauen in die Marke mit maximal zwei Punkten (= 2,3 % des Gesamtergebnisses) mit berücksichtigt werden durfte.
Zubehör (max. 10 P.):
Die Kriterien Umfang und Qualität zählten hier. Das Zubehör war in vorangegangenen Tests immer das größte Ärgernis.
Neben den bereits erwähnten Fachleuten testeten mehrere Jägerinnen und Jäger zwischen 18 und 75 Jahren, darunter auch Brillenträger, die Ferngläser nach subjektiven Kriterien.

Docter 10 x 42 B/CF

Testergebnis: Gut (46 Punkte)
Auch wenn dieser Feldstecher ein sehr gutes Fernglas ist, das für die Jagd mehr als nur brauchbar ist, rangiert es gleichwohl als Schlusslicht in diesem Test. Auffallend ist, dass dieses Fernglas nirgends auffallende Schwächen aufweist. Es erreichte in allen bewerteten Kategorien durchschnittliche Ergebnisse. An sich ist dieses Modell ein sehr ausgeglichenes europäisches Qualitätsprodukt.

Kowa XD 44-10,5 Prominar

Testergebnis: Gut (54 Punkte)
Es handeltsich bei diesem japanischen Fernglas um ein 10,5 x 44. Es zeigte, was die Auflösung anbelangt, kleine Schwächen. Die Transmission war sowohl am Tag als auch in der Nacht im Vergleich zu den Spitzenprodukten nur mäßig. Trotzdem kann man dieses Fernglas weiterempfehlen. Und wer etwas haben will, 'was nicht jeder hat', ist mit diesem Jagdfernglas allemal gut bedient. 

Leica Ultravid 10 x 42 HD

Testergebnis: Sehr gut (70 Punkte)
Dieses Fernglas ist der dritte Testsieger. Es ist unseren Testern als das 'Ausgeglichenste'. Alle Benotungen waren knapp vor dem Bestmöglichen. Was die Transmission anbelangt, war das Leica Ultravid überzeugend, konnte aber nicht ganz mit den Besten mithalten, wie die Messungen bestätigten. Allerdings dürfte auch hier der Unterschied so minimal sein, dass er in der Jagdpraxis nicht wirklich relevant ist. 

Meopta MeoStar B1 10 x 42

Testergebnis: Sehr gut (68 Punkte)
Preis-Leistungs-Testsieger: Für Kenner war es keine Überraschung, dass dieses Fernglas sowohl bei den subjektiven Noten als auch bei der Bewertung durch Fachleute und Messungen wirklich sehr gut abschnitt. Den tschechischen Ingenieuren ist es gelungen, Fernoptiken zu bauen, die außerordentlich gut und dennoch bezahlbar sind. Mit einem Preis von nur gerade einmal 809 Euro.

Minox APO HG 10 x 43 BR

Testergebnis: Sehr gut (68 Punkte)
Punktegleich mit dem Meopta, errang dieses sehr ausgeglichene Fernglas 'Made in Germany' Platz zwei im Mittelfeld. Mit nur gerade einmal 660 Gramm war es das leichteste Binokular in unserem Test. Geliefert wird das Gerät mit ausgesuchten Accessoires in einer massiven Holzkiste. Es ist ein durchaus praktisches Fernglas für Jäger und für Ornithologen. Die Farbneutralität überzeugt.

Nikon 10 x 42 HG-L DCF

Testergebnis: Sehr gut (62 Punkte)
Die japanische Optikschmiede Nikon hat in den vergangenen Jahren ihre Beobachtungs-Modelle den europäischen Sehgewohnheiten angepasst. Brillanz und Farbneutralität gefiel dem Testteam. Der Vergleich der technischen Daten sowie das nicht allzu taugliche Zubehör drückten etwas auf die Benotung. Die Ergonomie wurde mit Bestnoten gewertet. Der Nikon-Feldstecher erreichte ein sehr gutes Resultat.

Pentax 10 x 43 DCF ED

Testergebnis: Gut (52 Punkte)
Pentax kam 2008 erstmals mit Beobachtungsoptiken auf den europäischen Markt. Das getestete Fernglas schnitt vor allem bei den Messungen, aber auch bei den Parametern Konstruktion und technische Daten eher unterdurchschnittlich ab, desgleichen auch bei der subjektiven Bewertung durch unser Testteam. Es ist aber nach wie vor ein sehr brauchbares Fernglas mit nur kleinem Rückstand auf die Spitze.

Steiner Nighthunter XP 10 x 44

Testergebnis: Sehr gut (60 Punkte)
Das moderne Steiner XP-Fernglas mit Dachkantprisma und dem komfortablen Durchgriff wurde von unserem Testteam in puncto Ergonomie und Design recht gut bewertet. Bei diesem Fernglas drückten die Messungen in den Labors der Optikindustrie sowie die subjektive Bewertung das Ergebnis etwas nach unten. Für die Konstruktion und die Bewertung der technischen Daten erhielt es überdurchschnittlich gute Noten.

Swarovski Swarovision 10 x 42 EL

Testergebnis: Ausgezeichnet (77 Punkte)
Dass dieses Fernglas einen Spitzenplatz erreichen würde, war vorhersehbar. Seit Jahren liefern sich die Firmen Zeiss und Swarovski ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es war das modernste Fernglas im Test: Die völlig neu konzipierte Optik dieses High end-Fernglases, mit den sogenannten 'Fieldflattener'-Linsen ('Bildebener') fand bei unseren Testern Wohlgefallen. Im subjektiven Teil bekam dieses Fernglas die beste Benotung.

Carl Zeiss Victory 10 x 42 T* FL

Testergebnis: Ausgezeichnet (77 Punkte)
Punktegleich mit dem Swarovision von Swarowski belegte das Spitzenfernglas aus der Victory-Linie von Carl Zeiss Sports Optics Platz eins. Hier überzeugten eine moderne Vergütung und ausgesuchte optische Gläser, was sich auf die Messwerte niederschlug. Die gemessene Transmission stellte im Test das Spitzenresultat dar. Dies ist auf die von Zeiss verwendeten Abbe-König-Prismen zurückzuführen.

KOMMENTAR VERSENDEN ARCHIVIEREN DRUCKEN _______________________________________

Kommentare

Sie können diesen Artikel kommentieren und mit jagderleben.de-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Zum Kommentieren bitte anmelden.



Anzeige
IHR JAGDERLEBEN
Sie können diese Seite ganz einfach an Ihre Bedürfnisse anpassen. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, brauchen Sie sich nur zu registrieren.
 
 
BILDERSERIEN

Impressionen vom 17. 'uJ-Schießen' 2012

Bei der Mauser-Disziplin galt es, auf 200 Meter die Gams zu treffen. Sowohl die gestellten Mauser-M03-Extreme, als auch die RWS-Munition lieen bezglich der Przision keine Wnsche offen. Foto: MC Vorbildlich: Mauser-Chef Thorsten Mann war den ganzen Tag an der 200-Meter-Bahn und fungierte als Ansprechpartner und Helfer. Foto: MC Sitzend aufgelegt: Przision und ruhiges Abziehen waren gefordert. Wer das zusammenbrachte traf auch auf 200 Meter in die Zehn. Foto: MC Angestrichen, galt es die uJ-Bockscheibe auf 100 Meter zu perforieren. Foto: MC Mit Schablone wurden die Treffer bei der uJ-Bockscheibe aufgenommen. Foto: MC Stets aufmerksam und hilfsbereit waren die Aufsichten. Insgesamt waren ber 20 Helfer im Einsatz - vielen Dank! Foto: MC Laufender Keiler - Klassiker beim uJ-Schieen. Foto: MC Die Anzeige beim laufenden Keiler verriet ganz genau, wer noch mehr ben sollte. Foto: MC Die Mndung schlgt hoch, die Hlse fliegt. Bei der 50-Meter-Disziplin mit Flintenlaufgeschoss (FLG) kamen auch erfahrene Jger an ihre Grenzen. Foto: MC Auch mit guten Willen lagen bei der FLG-Disziplin manche Treffer einfach nicht in den Punkten. Foto: MC Ruhe: Dieser Hepp und schon startet die Taube. Foto: MC Rauchend verlassen die Zinkschrote den Lauf und jagen der Tontaube hinterher. Foto: MC So soll es sein: Splitterregen am Himmel oder auch Treffer versenkt.  Foto: MC Gut gelaunt spaziert diese Rotte zur nchsten Disziplin. Foto: MC Die Hlse fliegt, der Keiler kommt, schnelles Repetieren: Drei Schuss mussten dem annehmenden Keiler angetragen werden. Foto: MC Beim annehmenden Keiler trafen viele Schtzen ins Leben. Foto: MC Stumme Gste: Diese beiden Wachtel blieben ruhig, trotz der vielen lockenden Schussgerusche. Foto: MC Am Stand von Mauser lie es sich prima fachsimpeln, und jeder konnte sich ber die neuesten Produkte informieren. Foto: MC Das Schieen aus der Bewegung bei der Flinten-Disziplin Durchgehschtze verlangte den Teilnehmern alles ab. Im Bild Hans-Jrg Faden, der alle zehn Tauben abrumte. Foto: MC Gut gelaunt schauten diese Teilnehmer den Mitstreitern zu. Foto: MC Jagderleben-TV filmte den ganzen Tag beim 17. unsere Jagd-Schieen. Foto: MC Fleiige Biene: Susanne Hammer kontrollierte alle Laufzettel. Foto: MC Konzentriert: Renate Effenberger hatte die Auswertung im Griff. Dafr ein herzliches Dankeschn. Foto: MC Neugier: Sobald die vielen Preise ausgelegt waren, inspizierten die Teilnehmer die Tische. Foto: MC Beste Schtzin: Nadine Weers (Mitte) aus Schleswig-Holstein war beste Schtzinn und gewann ein Jagdwochende im Landesforst Brandenburg. Es gratulierten Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann (l.) und Michael Cosack. Foto: Georg Baumann Siegerlcheln: Schieleiter Hans-Jrgen Beckmann, Cord Beckmann (2. Platz), Markus Tger (1. Platz), Fabio Knust (3. Platz) und Chefredakteur Michael Cosack (v. l.). Beckmann whlte als Preis die Gamsjagd (Adler Tours), Sieger Tger einen Damwildabschuss (Landesforsbetrieb Brandenburg) und Knust das Minox-Zielfernrohr. Die Redaktion gratuliert ganz herzlich und wnscht Weidmannsheil! Foto: Georg Baumann Beste Mannschaft: Diese drei Nordlichter gewannen die Mannschaftswertung. Hans-Jrg Faden, Hans-Heinrich Mordhorst und Andreas Jordt (v.l.) freuten sich ber ihre bungsmunition von Lapua. Da hatten auch Michael Cosack und Hans-Jrgen Beckmann (r.) gut lachen. Foto: MC Bjrn Behrends war der beste Schtze auf der 200-Meter-Bahn (Gamsscheibe). Er erhielt als Sonderpreis von Thorsten Mann (l.) ein Mauser-Messer . Da hatte auch Michael Cosack (r.) seinen Spa dran. Foto: Georg Baumann Hauptpreis: Henning Thiele (Mitte) aus Helmstedt gewann die Mauser M03 mit Zeiss Duralyt Zielfernrohr im Wert von 3695 Euro. Es freuten sich mit ihm: Thorsten Mann Geschftsfhrer Mauser (l.) und Michael Cosack (Chefredakteur unsere Jagd). Foto: Georg Baumann

Mauser und mehr

98er: Vom Mauser-Norris bis zum Gewehr 98. Foto: SYS Oberndorfer Steinschloss-Jagdwaffen. Foto: SYS Am Ende des I. Weltkriegs produzierte Mauser 13-mm-Anti-Tank-Bchsen. Foto: SYS Oberndorfer Oberndorf/N.: Klosterkirche - 1938 bis 1945 Mauser-Museum. Foto: SYS Augustinerkloster Oberndorf/N.: Ab 1811 Kniglich Wrttembergische Waffenfabrik. Foto: SYS Gewehr M71/84 als Pirschbchse. Foto: SYS Drei Jagdrepetierer, 1912 bis 1914: Mauser-Modell B. Foto: SYS Mauser-Taschenpistole 1914. Foto: SYS Mauser-Modellvielfalt schon damals: Fr Jger und Sportschtzen. Foto: SYS Mauser: Militrische Exportmodelle vor 1945. Foto: SYS Klosterkirche (skularisiert): Infotafeln erinnern ans Mauser-Museum. Foto: SYS Gemlde (oben) Gewehrfabrik im Kloster und Steinschlossgewehre aus Oberndorf. Foto: SYS Ehrenamtlicher Museumsfhrer: Bchsenmachermeister i.R. Georg Egeler. Foto: SYS Schautafel: Mauser-Entwicklungsschritte.  Foto: SYS Zum Dr. Ing. ernannt: Paul Mauser. Foto: SYS Grnder ihres Waffenimperiums: Wilhelm Mauser und Paul v. Mauser. Foto: SYS

Weltmeisterschaft der Präparatoren

Afrika pur: Alter Kaffernbffel mit Madenhacker. Foto: Bettina Diercks 
Heimisch: Neben zahlreichen Exoten wurden auch Rehbcke und Schwarzwild ausgestellt. Foto: Bettina Diercks Diebischer Rotrock: Reineke hat sich einen Fasanenhenne gegriffen. Foto: Bettina Diercks Jury im Einsatz: Beim Bewerten wurde ganz genau hingesehen und jeder noch so kleine Fehler notiert. Foto: Bettina Diercks Besser gehts nicht: Robert Stein aus Berlin wurde mit seinem Kea nicht nur Weltmeister, sondern erhielt auch die Auszeichnung Best of Show. Foto: Bettina Diercks Dynamisch: Fr den Rehbock gibt es kein Entkommen. Foto: Bettina Diercks Klein und zerbrechlich: Mit diesem Nasenbr gewann Jan Panninger den Weltmeistertitel in der Kategorie Kleine Sugetiere. Foto: Bettina Diercks Steppenpavian: Mit ihm gewann der Ungar Laszlo Bago den Weltmeistertitel (Kleine-mittlere Kopfschultermontagen). Foto: Bettina Diercks Echter Hingucker: Schleiereule auf dem Dachboden einer Scheune. Foto: Bettina Diercks Weltmeisterlich: Die Spitzmauskarawane von Christian Blumenstein. Foto: Bettina Diercks Blick in die Salzburgarena: Hier trafen sich Spitzmaus, Falke und Gorilla. Foto: Bettina Diercks Auge in Auge: kritisch beugen Fruchttaube und Haselhahn die Bewertungsbgen. Foto: Bettina Diercks Gut getroffen: Isegrim greift einen Moschusochsen an. Foto: Bettina Diercks